Durchsuchung bei Laserich und Partner
Erneut fehlen Millionen bei Transport-Firma

Schon wieder ist ein Millionenbetrag bei einem Geldtransporter-Unternehmen verschwunden. Insgesamt 2,5 Mill. Euro fehlen Kunden der Firma Laserich und Partner aus Bonn. Die Staatsanwaltschaft durchsuchte am gestrigen Dienstag Büros des Bonner Unternehmens.

sos FRANKFURT. „Wir gehen auch in diesem Fall von einem Schneeballsystem aus“, sagte der Bonner Oberstaatsanwalt Fred Apostel. Beim diesem so genannten „Schieben“, so der Branchenjargon, wird Geld abgezweigt und die Lücke mit den nachfolgenden Transporten gedeckt. Das System läuft, solange Geld nachfließt.

Die Strafverfolger durchsuchten Büros und Wohnungen des Unternehmens sowie des Geschäftsführers Hubert Heinz Gerhard L. Er hatte sich Ende vergangener Woche selbst angezeigt und war damit Strafanzeigen geprellter Kunden zuvorgekommen. Vor allem die Stadtwerke Bonn hatten Unregelmäßigkeiten bemerkt und mit Konsequenzen gedroht. Zu den Geschädigten soll auch die Stadt Braunschweig gehören.

Das Unternehmen hat 52 Mitarbeiter und arbeitet bundesweit vorwiegend für Städte und Gemeinden und deren Tochterunternehmen. Es leert Parkuhren sowie Fahrkarten- und Gebührenautomaten.

Laserich ist der vierte Fall innerhalb weniger Monate in der Geldtransporter-Branche. Im Frühjahr war der Marktführer Heros aufgeflogen: Die Staatsanwaltschaft Hannover wirft dem Unternehmen vor, Kunden um mindestens 300 Mill. Euro geprellt zu haben. Anfang September geriet die Essener Firma Arnolds in die Schlagzeilen. Sie soll ihre Dienste, ähnlich wie Heros, zu Dumpingpreisen angeboten haben.

Den Geschäftsführern des Unternehmens wird vorgeworfen, seit 2001 rund 18,5 Mill. Euro veruntreut zu haben. Nur wenige Tage später kam die Veruntreuung von etwa zwei Millionen Euro bei der niedersächsischen GWS ans Licht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Osnabrück sind mit dem Geld Finanzlöcher im Unternehmen gestopft worden.

Schuld an den jüngsten Skandalensind sind nach Meinung von Experten unter anderem die derzeit herrschenden Dumpingpreise. Die Branche sei mittelständisch organisiert, viele könnten dem Preisdruck nicht standhalten, manche stopften Finanzlöcher dann auf illegale Weise.

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