Durchwachsenes Sommergeschäft
Tui fehlen Urlauber

Das Sommergeschäft ist bei Europas größtem Reiseveranstalter Tui hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zuwächse verzeichneten nur die beiden Fluggesellschaften des Konzerns. Dennoch zeigte sich Tui-Deutschland-Chef Volker Böttcher nicht wirklich geknickt.

HB HANNOVER. Trotz eines Umsatzrückgangs von 1,7 Prozent in der laufenden Saison rechnet Böttcher mit einem guten Ergebnis im Gesamtjahr. „Wir haben uns klar für das Konzept entschieden: Vor allem das Ergebnis zählt, dafür nehmen wir auch geringeren Mengenzuwachs in Kauf“, sagte er bei der Vorstellung der Tui-Winterkataloge am Freitag im türkischen Antalya. Böttcher sagte, entscheidend sei nicht der letzte Prozentpunkt Umsatzplus oder Marktanteil, sondern der Ertrag. Ergebniszahlen nannte er mit Hinweis auf die Halbjahresbilanz des Tui-Konzerns in zwei Wochen aber nicht.

Böttcher räumte ein, dass das Geschäft mit Pauschalurlaub bei Tui leicht rückläufig sei und das positive Ergebnis von den Fluggesellschaften Hapag Fly und Hapag-Lloyd Express (HLX) getrieben werde. Das Plus bei den Gästezahlen von 3,6 Prozent rühre allein aus dem starken Wachstum beim Billigflieger HLX. Absolute Zahlen nannte Böttcher aber nicht und auch keine Prognose für die kommende Saison.

Tui wolle auch weiterhin nicht mit Super-Schnäppchen-Preisen den Umsatz ankurbeln, hieß es. Die Preise blieben im Winter insgesamt stabil, sagte Böttcher. Im Sommer war der Juni der am besten gebuchte Monat. Unter anderem wegen der Sonderangebote zur Fußball-WM sei es „der beste Juni, den das Unternehmen jemals hatte“.

Tui startet Versuchsballon

Angesichts der wachsenden Zahl von Internet-Buchungen lässt die TUI im Spanien-Programm jetzt einen Versuchsballon starten: Für die Reisen nach Malaga ist im Katalog zwar ein Eckpreis angegeben. Dieser kann aber sinken oder steigen je nach Buchungssituation. Zum Termin der Buchung wird er neu ausgerechnet. Der Kunde hat keinen Anspruch mehr für eine ganze Saison auf einen bestimmten Katalogpreis. Böttcher sagte: „Wir glauben, dass es Zeit ist, dass wir als Marktführer mit diesem Weg beginnen.“

Im Vordergrund der Kapazitätsplanung von Tui stehe eine gute Auslastung von Hotels und Flügen. Mitbewerber, die mit zweistelligen Zuwachsraten in den Sommer gestartet seien, hätten ihre Prognosen erheblich gesenkt, sagte Böttcher und spielte auf den Konkurrenten Neckermann an. Die Hauptmarke des Reisekonzerns Thomas Cook rechnet nach dank Frühbucherrabatten anfänglich starken Zuwächsen für den gesamten Sommer nur noch mit vier Prozent mehr Urlaubern. Zum Umsatz hat sich Neckermann noch nicht geäußert.

Tui hofft auch auf Nachholbedarf. Die Sommersaison dauere bis Ende Oktober, so dass die Zurückhaltung bei den Buchungen während der Fußball-Weltmeisterschaft noch wettgemacht werden könne, sagte Böttcher. Die Reiseziele in Spanien und Portugal seien bislang kaum gewachsen. Dagegen hätten Italien (plus 25 Prozent) und Deutschland (plus 22 Prozent) gewonnen, ebenso Fernreiseziele wie Thailand. Verlierer der Sommersaison seien die Türkei mit einem Rückgang um gut 30 Prozent sowie Tunesien und Ägypten mit mehr als 20 Prozent Einbußen.

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