E-Commerce-Boom
Die Schattenseiten des Online-Handels

Bücher, Stöckelschuhe, Medikamente: Bequemes Online-Shoppen ist für die Deutschen inzwischen eine Selbstverständlichkeit. Doch der E-Commerce zeigt seine bösen Nebenwirkungen. Und es zieht ein Schatten über die Branche.
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DüsseldorfSie heißen Lisa, Jenny, Pauline oder Julia und feiern einmal im Monat ihre Online-Shopping-Party im eigenen Wohnzimmer. Haufenweise ordert jedes Mädchen Schuhe und Kleider, um sich dann am kollektiven Aufmotzen zu berauschen. Bestellt wird immer nur dort, wo die Retoure der Fummel umsonst ist.

Für die Händler sind solche Exzesse, die als sogenannte „Zalando-Partys“ Furore machen, ein Graus. Die benutzten Sachen müssen zurück transportiert, inspiziert, gereinigt, manchmal sogar repariert und dann wieder neu verpackt werden. Dabei verlieren die Artikel erheblich an Wert, während die Lisas dieser Welt schon wieder die nächste Fashion-Party planen. Und zwar ohne sich weiter Gedanken zu machen. „Da bin ich in dem Moment egoistisch und dann ist mir das egal“, sagte neulich so ein Mädchen in eine Fernsehkamera der ARD.

Ein Wahnsinn, der gerade in Zeiten des Klimawandels weitreichende Folgen hat. Folgen, an denen der moderne Konsument nicht frei von Schuld ist, wie es der Enthüllungsjournalist Günter Wallraff formuliert: „Wir machen uns zu Mittätern, solange wir weiterhin Waren bedenkenlos zu Billigtarifen ordern.“

Wenn immer mehr Waren im Internet geordert werden, hat das Nebenwirkungen. Spätestens seit den jüngsten Skandalen um Leiharbeiter beim Online-Giganten Amazon und Paketsklaven in der Logistik-Branche ist sichtbar geworden, wie sehr dieser Boom unser ganzes Leben verändert. Und, da ist sich der E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein sicher: „Das ist alles erst der Anfang.“

Der Anfang sieht im Moment so aus: Während dem stationären Handel die Puste ausgeht, hat der E-Commerce allein von 2011 zu 2012 laut Bundesverband des Deutschen Versandhandels eine Umsatzsteigerung um 5,9 Milliarden Euro auf 27,6 Milliarden Euro hingelegt. Für 2013 gehen Experten von einem Wachstum von mehr als einem Fünftel aus. Ein Ende ist laut Heinemann, der 20 Jahre praktische Handelserfahrung bei Douglas und Kaufhof gesammelt hat, nicht abzusehen. „Selbst wenn man von den allerskeptischsten Prognosen ausgeht, haben wir in 2020 einen Online-Anteil bei Nicht-Lebensmitteln von 30 bis 40 Prozent. Das ist die unterste Messlatte.“

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  • Ja, ich bestelle im Internet. Nein, ich schicke nichts zurück, außer es ist defekt oder passt trotz vorheriger Information nicht. Allenfalls, wenn ich gar nicht entscheiden kann, ob jetzt doch das Teil mehr oder weniger sein muß. Ich benötige ein Auto, um die nächste Kleinstadt zu erreichen. Auswahl Fehlanzeige. Preise teils unverschämt. Man würde Tage benötigen, um das Angebot einigermassen vergleichen zu können, wie man es online kann. Patzige "Verkäuferinnen" - haben wir nicht da in der Größe, kommt erst nächste Woche wieder. Von echter Beratung keine Spur. Dazu die Abzocke beim Parken. Ja, das müssen wir erst bestellen...schnauf (macht uns Arbeit). Wenn man Wünsche oder Vorstellungen äußert, was man sucht, wird man angeglotzt, als würde man unmögliches verlangen. Überall in den Geschäften nur "Massenware". Shopping ist definitiv KEIN Erlebnis, wie man es den Kunden so oft einreden will. Ich geh zweimal im jahr zum Klamottenkauf. Im Frühjahr und im Herbst. Da wird alles eingepackt, was gefällt, passt und preislich in Ordnung ist, dann probiert udn aussortiert. 5 Teile mitgenommen und fertig. In die Innenstadt geh ich, wenn was erledigt werden muss und Samstag vormittag im Sommer auf den Wochenmarkt. Ansonsten 1-2 mal Lebensmittel in der Woche und fertig. Im Sommer sind genau 2 mal, mit Glück, Artischocken zu bekommen, die man essen kann (nicht vertrocknet) und das zu horrenden Preisen. Ich arbeite und hab in meiner Freizeit besseres zu tun, als durch irgendwelche Geschäfte zu hopsen. Die Zusteller sollten tatsächlich besser bezahlt werden, genau wie auch die Leute, die im Versand arbeiten.

  • Sorry, aber der Artikel provoziert mich nun doch zu einer politisch unkorrekten Feststellung: Mal abgesehen davon, dass immer mehr Kommunen durch ihre Jagd auf Autofahrer einem das Einkaufen in der Innenstadt verleiden, möchte ich hier mal fest stellen, dass das Einkaufsverhalten von Frauen generell deutlich unökologischer als das von Männern ist. Wenn ein Mann etwas braucht, prüft er erst, welches Produkt er wo kaufen möchte (meist online). Dann fährt er los, nachdem er vielleicht sogar im Laden telefonisch die Verfügbarkeit geklärt hat, kauft das Produkt und fährt wieder nach Hause. Und nun gehen sie doch mal mit einer Frau Shoppen ;-)

  • 400 Tonnen CO2. Täglich - klingt viel, ist es aber nicht!!!
    => 400.000.000 Gramm CO2
    > bei 40 Mio zugelassenen PKW in Deutschland macht das bei 159g/km = 125 METER pro Tag, die jedes Auto zusätzlich zurücklegen könnte bei KOMPLETTER Einsparung ALLER DHL-Autos (also auch keine Briefe mehr).
    Ich finde, da sollte man alle Anstrengungen mehr in die:
    -Vermeidung von Privat-Autofahrten (mal aufs Rad steigen zum Einkaufen),
    -Verbesserung von Verkehrsleitsystemen (Vermeidung von Umwegen/Staus),
    -bessere Filteranlagen in Industriebetrieben,
    -verstärkte internationale Bemühungen damit in Brasilien der Regenwald nicht wegen Palmöl/Biosprit abgeholzt wird,
    und und und......
    stecken, als sich um die "paar" Tonnen CO2 aufregen.
    Klingt viel, aber bei einem Ausstoß von 2,2 MILLIONEN Tonnen CO2 TÄGLICH in Deutschland sind die 400 Tonnen der DHL sehr sehr wenig.

    Ich finde es auch nicht gut, aber man sollte nicht mit der falschen Keule schwingen und die CO2 Keule ist völliger Nonsens.

    Und wenn hier einer mit der Verpackung in den Paketen anfängt, dann geht mal Arbeiten in einem Verpackungsherstellungsbetrieb.
    DA sind die Probleme zig mal größer und es stehen einem die Haare zu Berge, wenn man nen Karton aus Wellpappe herstellt und mit dem UNICEF Logo bedruckt und das Blau auf dem Karton nicht zu 100% mit dem UNICEF-Blau übereinstimmt und die gesamte Charge (85.000 Kartons) in den Zerhäcksler geht.
    Als wenn es hilfsbedürftige afrikanische Kinder interessiert, ob das Blau so oder so ausschaut.
    DAS ist CO2 Verschwendung!!! Den Aufwand aus bedruckter Pappe wieder saubere Papierrollen zu bekommen will ich gar nicht wissen

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