E-Commerce = Online-Versandhandel = Interaktiver Handel?: Einzelhandel enttäuscht, E-Commerce brummt

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E-Commerce = Online-Versandhandel = Interaktiver Handel?
Einzelhandel enttäuscht, E-Commerce brummt

Es gibt neue Zahlen zum vergangenen Weihnachtsgeschäft. Die einen müssen herbe Rückschläge verkraften, bei den andren knallen die Sektkorken. Doch es ist Vorsicht geboten bei der Interpretation der Daten.
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DüsseldorfHerber Rückschlag für die deutschen Einzelhändler: Ausgerechnet im wichtigen Weihnachtsgeschäft sind ihre Umsätze kräftig gefallen. Im Dezember hatten sie 2,3 Prozent weniger in den Kassen als im Vormonat. „Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt im Januar 2009“, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Preisbereinigt fiel das Minus mit 2,5 Prozent sogar noch größer aus. Ökonomen hatten hier eigentlich mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet.

Auch im Vergleich zum Dezember 2012 liefen die Geschäfte schlecht. Hier schrumpfte der Umsatz um 1,4 Prozent. Dabei fiel der Rückgang bei Einrichtungsgegenständen, Haushaltsgeräten und Baubedarf mit 6,7 Prozent besonders groß aus. Hier könnte die Pleite der Baumärkte Praktiker und Max Bahr eine Rolle gespielt haben. Den größten Zuwachs gab es in Apotheken sowie mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten mit 6,1 Prozent.

Auch der Deutsche Handelsverband (HDE) veröffentlichte heute frische Daten. Demnach steigerten die Händler im November und Dezember ihre Erlöse – und zwar im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent auf 79,8 Milliarden Euro. Die Branche, so heißt es, hatte ein viermal so großes Plus angepeilt.

Immerhin gibt es eine gewisse Einigkeit, was den gesamten Umsatz für 2013 anbelangt: Laut Statistischem Bundesamt setzte der deutsche Einzelhandel 1,4 Prozent mehr um. Das war der vierte Anstieg in Folge. Er fiel aber schwächer aus als 2012 (+2,0 Prozent), 2011 (+2,7) und 2010 (+2,5). Laut HDE hat es bei den deutschen Einzelhändlern 2013 ein Plus von 1,1 Prozent gegeben.

Anders als im stationären Handel können sich die E-Commerce-Umsätze im vergangenen Weihnachtsgeschäft sehen lassen, denn – verglichen mit den Vorjahren – der Online-Handel konnte ein sattes Wachstum registrieren. So machte die Branche laut Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) im Weihnachtsgeschäft einen Gesamtumsatz mit Waren von 10,3 Milliarden Euro – ein Wachstum von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damals verzeichnete die Branche einen Umsatz in Höhe von 8,3 Milliarden und der E-Commerce-Anteil lag bei 5,5 Milliarden.

Der E-Commerce-Anteil im Weihnachtsgeschäft 2013 lag bei 8,5 Milliarden Euro – das entspricht einem Wachstum von 54,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Davon kann der rein stationäre Handel nur träumen. Sogar die Prognosen der Experten wurden übertroffen. Der BVH hatte eigentlich nur mit 9,7 Milliarden Euro im Weihnachtsgeschäft gerechnet und der E-Commerce-Anteil wurde mit 7,8 Milliarden Euro prognostiziert.

Am häufigsten wurde Bekleidung im Netz gekauft (2,4 Milliarden Euro), gefolgt von Büchern (1,1 Milliarden Euro), Unterhaltungselektronik und Elektro-Artikel (790 Millionen Euro) und Spielwaren (342,7 Millionen Euro). Mit Schmuck und Uhren wurden 207,5 Millionen Euro eingenommen.

Wichtig bei allen Zahlen zum Thema E-Commerce ist allerdings die Trennschärfe, denn auch andere Verbände wie der Handelsverband Deutschland und das Institut für Handelsforschung veröffentlichen Studien zum Online-Weihnachtsgeschäft. Und: Da kommt jeder Verband am Ende auf andere zahlen. Laut Experten liefert der BVH immerhin die zuverlässigsten Daten.

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  • Wie denn, wo denn, was denn,
    vor Weihnachten war doch lt "Qualitätsjournaille" Deutschland im größten Kaufrausch aller Zeiten, und nun dass...
    Gut, den Quatsch hat ohnehin keiner geglaubt, aber muß man die Leser so vera....
    Übrigens, die Umsätze sinken seit 15 Jahren, ziemlich analog zu den Einkommen...

  • Abteilung Propaganda

    EinzelhandelWeihnachtsgeschäft lässt bei Händlern die Kassen klingeln
    Dienstag, 24.12.2013, 14:35

  • Es wäre schön, wenn in den Medien endlich einmal die Wahrheit verbreitet würde, statt diese erbärmlichen Lügen über den deutschen Konsum-Boom. Unter der Berücksichtigung der Saison- und Kalendereffekte sind die nominalen Einzelhandelsumsätze um -2,3% gesunken. Die Einzelhandelsumsätze (ohne KFZ-Handel) inklusive dem Versand- und Internet-Einzelhandel machten im Jahr 2012 immerhin 32,6% der privaten Konsumausgaben aus und zeichnen am verlässlichsten das aktuelle Konsumverhalten der privaten Haushalte nach. Mit 16,2% der privaten Konsumausgaben folgten 2012 die Ausgaben für Mieten von Wohnungen und Häusern inkl. dem Miet-Äquivalent von Eigentümern, diese Ausgaben sind aber relativ unelastisch und nicht aussagefähig in Punkto Konsumverhalten. Der KFZ-Handel, Instandhaltung, Reparatur und die Ausgaben an den Tankstellen trugen zu 10,8% der Konsumausgaben der privaten Haushalte bei. Käufe von Immobilien und Grundstücken werden in der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung nicht unter private Konsumausgaben erfasst, sondern dies sind Investitionen. "Für das Gesamtjahr 2013 stiegen laut Destatis die nominalen Einzelhandelsumsätze um schwächliche +1,4% zum Vorjahr, real sogar nur um +0,1%" (s. http://www.querschuesse.de/deutschland-reale-einzelhandelsumsatze-mit-24/)

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