Easy-Jet-Chef im Interview
„Ich heiße Harrison und nicht Hunold“

Der britische Billigflieger Easyjet nimmt verstärkt Geschäftsreisende ins Visier und sieht vor allem mittlere Unternehmen als Zielgruppe. Vorstandschef Andy Harrison zeigt sich zugleich fest davon überzeugt, dass "fokussierte Anbieter wie Easyjet Konglomeraten wie Air Berlin Marktanteile abnehmen“ werden – nicht die einzige Aussage, mit der er im Handelsblatt-Interview gegen die zweitgrößte deutsche Airline stichelt.

Mr. Harrison, Easyjet hat dank Kostensenkungen die Rendite deutlich gesteigert. Haben Sie nun alles rausgeholt, was rauszuholen war?

Nein, Kosten zu senken ist eine Daueraufgabe. Wir erwarten 2008, dass die Treibstoffkosten steigen, während die anderen Kosten stabil bleiben. Das heißt, dass wir die steigenden Flughafengebühren und Gehälter an anderer Stelle ausgleichen.

Sichern Sie sich mit Hedging gegen Ölpreisanstiege ab?

Wir haben 40 Prozent unseres Treibstoffbedarfs für die nächsten zwölf Monate zu Preisen um 73 bis 74 Dollar je Barrel Öl abgesichert.

Der größte Block nach Kerosin sind die Flughafenkosten. Die Gebühren steigen - was können sie dagegen tun?

Wir können unsere Kosten für das Einchecken und den Gepäcktransport drücken. So haben wir 2007 die steigenden Flughafengebühren kompensiert.

Auf der Einnahmenseite sind die Zusatzerlöse zum Ticketpreis um 30 Prozent gestiegen. Was bringt Ihnen am meisten ein?

Das stärkste Wachstum gab es beim Speedy Boarding. Auch die Mietwagenerlöse haben sich verbessert.

Der Anteil von Geschäftsreisenden hat erstmals 20 Prozent erreicht. Was ist hier das Ziel?

Wir wollen auf 25 Prozent kommen. Dabei wird uns das neue Vertriebsabkommen mit Galileo und Amadeus helfen, mit dem wir in die Business-Reisebüros kommen.

Ist denn der Spardruck in den Unternehmen noch so groß, dass die Manager mit Easyjet fliegen?

Sie müssen drei Arten von Unternehmen unterscheiden: Die Manager kleiner Unternehmen, die ihre Tickets selber bezahlen, sind sparsam. Die ganz großen Unternehmen haben normalerweise ein Abkommen mit Lufthansa oder so, das Langstreckenflüge einschließt. Bei den Unternehmen in der Mitte können wir unseren Marktanteil erhöhen. Die buchen oft über Business-Reisebüros.

Wie lange kann Easyjet noch in diesem Tempo wachsen?

Wir haben 120 Airbus bestellt, die bis 2012 geliefert werden. Das heißt, wir werden uns innerhalb von fünf Jahren etwa verdoppeln. Und das können wir auch. Im Moment haben wir zwei Prozent Marktanteil in Kontinentaleuropa, das können wir leicht auf fünf Prozent steigern.

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