Easyjet-Chefin McCall: „Germanwings wird nicht mithalten können“

Easyjet-Chefin McCall
„Germanwings wird nicht mithalten können“

Ab Ende März tritt Easyjet in Hamburg direkt gegen die Lufthansa-Tochter Germanwings an. Easyjet-Chefin McCall wagt eine Kampfansage an die Deutschen: Die Lufthansa wisse nicht, wie man auf der Kurzstrecke Geld verdient.
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LondonDer größte britische Billigflieger Easyjet bläst mit der Eröffnung einer Basis in Hamburg Ende März zur Attacke auf die Lufthansa in deren Heimatmarkt. „Ich habe keine Zweifel, dass wir mit Air Berlin und Germanwings in allen Belangen mithalten können – und wir dieses Jahr zum deutlich stärkeren Wettbewerber für die Lufthansa werden“, sagte Easyjet-Chefin Carolyn McCall der Digitalzeitung Handelsblatt Live (Dienstagmorgenausgabe).

„Klassische Airlines wissen nicht, wie man Geld auf der Kurzstrecke verdient – sie wissen das nur für Premium-Langstrecken-Flüge“, sagte die Vorstandschefin. Kurzstrecke gehöre nicht zu deren Stärken, weil sie höhere Kosten und eine viel komplexere Struktur hätten, das gelte selbst für deren Billigflug-Töchter. So habe Easyjet eine viel günstigere Kostenstruktur als die Lufthansa-Billigtochter Germanwings, die nach wie vor operative Verluste macht. „Es ist sehr schwer, das Billigflug-Modell zu kopieren, wenn man es nicht in seiner DNA hat“, sagte McCall. „Sie werden nicht mit uns mithalten können, da bin ich mir sicher.“

Die einzige weibliche Vorstandschefin einer börsennotierten Fluglinie in Europa rechnet mit einer großen Kräfteverschiebung im europäischen Luftverkehr. „In den nächsten Jahren wird die überwiegende Mehrzahl des Luftverkehrs in Europa von Billigfliegern übernommen werden“, sagt die 52-Jährige voraus. Nicht alle Fluggesellschaften in Europa würden dem harten Preiskampf standhalten. „Ich bin sicher, dass wir mehr Kooperationen in den nächsten Jahren in Europa sehen werden und mehr Konsolidierung in der Luftfahrtbranche.“

Es ist eine Kampfansage an den neuen Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der im Mai das Ruder bei Deutschlands größter Airline übernimmt. Easyjet ist die Nummer zwei unter Europas Günstiganbietern und hatte den irischen Rivalen Ryanair mit einem Gewinnplus von 51 Prozent zuletzt deutlich in den Schatten gestellt.

Klare Worte findet McCall auch für die Probleme am neuen Berliner Großflughafen BER. „Ich muss zugeben, dass die Probleme in Berlin eine wirkliche Schande sind“, klagt die Top-Managerin. Bislang hat die britische Airline ihre einzige deutsche Basis auf dem Flughafen Berlin-Schönefeld, wo sie der dominierende Anbieter ist. Ursprünglich hatte Easyjet jedoch ihre Berlin-Basis bereits auf den neuen Berliner Flughafen BER verlegen wollen, für den es immer noch keinen Eröffnungstermin gibt.

Die Britin verliert angesichts des Krisenmanagements am neuen Airport nun allmählich die Geduld. „Wir brauchen mehr Klarheit über die Öffnungspläne für BER“, verlangt McCall. Berlin könne seine Probleme mit dem Flughafen nicht auf den Rücken der Fluggesellschaften lösen. Die Unsicherheit schaffe keine Basis, um den Luftverkehr in Berlin zu entwickeln.

„Handelsblatt Live“ ist eine dreimal täglich aktualisierte Digitalzeitung, die über eine App für iPad und Android verbreitet wird. Das vollständige Interview mit Easyjet-Chefin Carolin McCall lesen Sie in unserer digitalen Tageszeitung.

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  • Germanwings ist sehr teuer geworden.Mit 19 Euro mal einfach quer durch Europa, inclusive Gepäck,allen Gebühren und freier Sitzplatzwahl-das war mal.Inzwischen genauso teuer wie Lufthansa.
    Einzig Ryanair hielt die Preise.Natürlich auch hier Aufschläge,aber längst nicht so viel,wie bei den anderen Airlines.

  • Die Gewerkschaften vertreten nur die Bestandsbeschäftigten. Ob da Geräuschlos tausende Jobs abgebaut werden, und dafür dann Atypische Beschäftigungsverhältnissen entstehen, ist den Gewerkschaften völlig egal. Die Gewerkschafts Bonzen wachen erst auf, wenn die Merken, dass die Atypischen Beschäftigten die dicken Konzernrentner und die Pensionäre nicht durchfüttern können. Die Fachkräfte aus Rumänien oder Syrien wollen ja auch Geld haben, und besinnt keine DE Rentner durchfüttern. Die sind halt nicht so blöde.

  • Die größte Sauerei!

    Die fliegen völlig sinnfrei Krethi und Plethi nach Afrika und weltweit, kippen die dort aus und alles steuerfrei getankt, also subventioniert.

    Die müssen besteuert werden, daß sie quietschen.

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