Easyjet-Gründer baut das Geschäft mit Kreuzfahrten aus
Easycruise bricht zu neuen Ufern auf

Der Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou will mit seinem eben erst gestarteten Kreuzfahrt-Unternehmen Easycruise expandieren. Geplant sind Kreuzfahrten in die Karibik und zu den griechischen Inseln. Dafür will Haji-Ioannou im nächsten Jahr ein weiteres Schiff in Dienst stellen.

ghö ATHEN. Seit Anfang Mai bietet Easycruise Sieben-Tage-Kreuzfahrten entlang der französischen und italienischen Riviera an. Zu den Stationen gehören Nizza, Cannes, St. Tropez, Monaco und Portofino. Die Preise beginnen bei 37,50 Euro pro Person und Nacht in der 12 Quadratmeter großen Doppelkabine. Mahlzeiten und Getränke sind nicht eingeschlossen. „Die Buchungssituation ist bereits sehr solide, im Juni, Juli und August werden wir wahrscheinlich ausverkauft sein“, sagte Haji-Ioannou dem Handelsblatt in Athen. Das Kalkül, jüngere Kundschaft für Kreuzfahrten zu interessieren, scheint aufzugehen: „Das Durchschnittsalter unserer Passagiere liegt bei 35 Jahren, gegenüber einem Branchendurchschnitt von 54“, stellt Haji-Ioannou fest.

Während des kommenden Winters will er die für 170 Passagiere ausgelegte „EasyCruiseOne“ in der Karibik kreuzen lassen. Im kommenden Sommer plant Haji-Ioannou dann, mit einem zweiten Schiff Kurs auf die griechischen Inseln zu nehmen. In Athen verhandelt der Unternehmer derzeit mit dem Ministerium für die Handelsmarine über Liegezeiten, Liegeplätze und „günstige Gebühren – schließlich werden wir jeden Tag einen griechischen Hafen anlaufen“. Da trifft es sich gut, dass der in Athen aufgewachsene Haji-Ioannou und Marineminister Manolis Kefalojannis sich aus gemeinsamen Schultagen am Athens College kennen.

Die Philosophie soll die gleiche sein wie bei „EasyCruiseOne“: das Schiff legt bereits gegen Mittag im Hafen an, so dass die Passagiere dort den Nachmittag und Abend verbringen können. Am nächsten Morgen geht die Fahrt weiter zum nächsten Ziel. An jedem Stopp können Passagiere aus- oder zusteigen, jede Nacht wird einzeln gebucht, zu Preisen, die je nach der Auslastung und dem Buchungszeitpunkt variieren können: wer als erster reserviert, zahlt am wenigsten. Gebucht wird über das Internet oder telefonisch.

„Wir brauchen im Durchschnitt 60 bis 70 Euro pro Passagier und Nacht, um unsere Kosten zu decken“, sagt Haji-Ioannou. Weitere zehn bis 15 Euro wird jeder Gast für Essen und Getränke an Bord ausgeben, hofft Haji-Ioannou. Starten sollen die einwöchigen Rundreisen in Piräus. Von dort soll „EasyCruiseTwo“ Kurs auf Mykonos, Patmos, Rhodos sowie die kretischen Häfen Heraklion und Chania nehmen. An Bord zu locken, hofft Haji-Ioannou nicht zuletzt junge Touristen, die sich bisher ihr „Inselhüpfen“ mit Linienschiffen selbst organisierten.

Abgesehen von den jetzt in Athen geführten Verhandlungen will sich Haji-Ioannou aus dem Management bei Easycruise weitgehend heraushalten. Der 38-jährige „Serienunternehmer“, wie er sich selbst nennt, begann seine Karriere mit 24 Jahren als Chef der väterlichen Troodos-Reederei, gründete 1992 sein eigenes Schifffahrtsunternehmen Stelmar Tankers und drei Jahre darauf die Billigfluggesellschaft Easyjet. Heute kümmert sich Haji-Ioannou als „Brand Manager“ vor allem um die Verwertung seiner „Easy“-Marke, die mittlerweile 15 Unternehmensbereiche umfasst, von Easybus, Easyjet und Easypizza über den Arbeitsvermittler Easyjobs und das Downloadportal Easymusic bis zur Herren-Kosmetikserie Easy4men.

Gerd Höhler
Gerd Höhler
Handelsblatt / Korrespondent Südosteuropa
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