Easyjet: Strafe wegen Boarding-Verbots für Behinderte

Easyjet
Strafe wegen Boarding-Verbots für Behinderte

Weil Easyjet die Mitnahme von Behinderten verweigert hat, muss die Fluggesellschaft jetzt eine Geldstrafe in Höhe von 70.000 Euro zahlen. Das Unternehmen rechtfertigt sein Vorgehen mit geltenden Sicherheitsvorschriften.
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ParisDie Billigfluggesellschaft Easyjet ist wegen ihres Umgangs mit behinderten Reisenden zu einer Geldstrafe in Höhe von 70 000 Euro verurteilt worden. Ein Gericht bei Paris wertete es als diskriminierend, dass die Airline einige behinderte Kunden ohne Begleitperson nicht ins Flugzeug gelassen hatte. Drei Betroffenen, die als Nebenkläger aufgetreten waren, sprach es zudem je 2000 Euro Schadensersatz zu. Auch die Staatsanwaltschaft hatte die Mitflug-Verbote als Angriff auf die Menschenwürde gewertet.

Easyjet hatte sich in dem Prozess auf europäische Sicherheitsvorschriften berufen. Sie erlauben in Ausnahmefällen, die Beförderung von Passagieren abzulehnen. „Wir sind enttäuscht und traurig“, zitierte die Nachrichtenagentur AFP Easyjet-Anwalt Philippe Van der Meulen. Die Fluggesellschaft habe keinerlei diskriminierende Absichten verfolgt, sondern lediglich europäische Regeln befolgt. Ob Easyjet das Urteil anfechte, werde in der kommenden Woche entschieden.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Easyjet-Anwalt ist also traurig. Ja ist denn die Sicherheitslage bei Easyjet anders als bei den anderen Gesellschaften? So ein Heuchler!
    Es geht Easyjet doch nur darum, alles was etwas Zeit und Aufwand erfordert sofort abzublocken.

    Als Easyjet zum ersten Mal meinen querschnittsgelähmen Sohn (Rollstuhlfahrer) ablehnen wollte (am Check-in trotz Internet-Buchung mit Angabe der Behinderung!)
    hat mein Sohn einfach lauthals vor der Warteschlange die Flugzeugunglücke der letzten Jahre aufgezählt und dazu gefragt, ob denn überhaupt irgendein Nichtrollstuhlfahrer überlebt hätte. Da haben sie schnell klein beigegeben.

    Bei den nächsten Zurückweisungen hat er einfach immer irgendeinen anderen Passagier gefragt, ob er seine "Begleitperson" spielen würde. So ging es dann auch!

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