Echtpelz im Damenschuh
Tierschützer prangern Deichmann an

Der Import von Haustierfellen ist bereits seit 2009 in der EU verboten. Dennoch finden Tierschützer immer wieder Spuren in Produkten auf dem deutschen Markt. Nun ist Deichmann betroffen.
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DüsseldorfDie Tierschutzorganisation „Animals' Liberty“ ist sich sicher: In einem Schuhmodell von Europas größtem Schuhhändler Deichmann soll echter Pelz anstelle von Kunstfell stecken. Labortests der Initiative sollen im Kunstfell-Bommel eines Schuhes Tierhaare nachgewiesen haben. Ein Deichmann-Sprecher konnte den Verdacht bisher weder bestätigen noch verwerfen: „Weil wir die Probe bisher noch nicht selbst untersucht haben, wissen wir noch nicht, ob der Verdacht tatsächlich stimmt.“

Der Schuhhändler lehne die Verwendung von Echtpelz zwar grundsätzlich ab, kontrolliere seine Produkte aber nicht routinemäßig auf Echthaar. Schon im vergangenen Monat hat Animals' Liberty echtes Fell in Mützen des Mode-Labels „Tom Tailer“ und der Drogeriemarkt-Kette „Müller“ gefunden. Die Unternehmen räumten den Fehler ein und bedauerten die Panne. Sie verwiesen auf Fehler in der Produktionskette.

Im aktuellen Fall handelt es sich um ein Damenschuh von Deichmann, der zur Winter-Kollektion 2012/2013 gehört. Momentan seien nur noch wenige Modelle in den Läden, die der Händler nun aus dem Verkauf nehmen und zur eigenen Laborprobe heranziehen will.

Schon seit 2009 gibt es ein Import-Verbot für Haustier-Felle in der EU. Dennoch gelangen offenbar immer noch Produkte auf den deutschen Markt, die als Kunstpelz ausgewiesen sind, aber Katzen- oder Hundefell enthalten. Von Deichmann heißt es, Echthaar sei schon aus Kostengründen kein Thema. Und besser fühle sich echtes Fell mittlerweile auch nicht mehr an.

Patrick Schwarz
Patrick Schwarz
Handelsblatt Online / Freier Mitarbeiter

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