Edeka-Chef Frenk will das Grundkapital erhöhen, um Streubesitz bei Handelstochter abzufinden
Lebensmittelhändler Edeka will AVA von der Börse nehmen

Deutschlands führender Lebensmittelhändler Edeka will das Grundkapital um bis zu 200 Mill. Euro erhöhen, um mit den frischen Finanzmitteln ihre Bielefelder Einzelhandelstochter AVA Allgemeine Handelsgesellschaft der Verbraucher AG von der Börse zu nehmen.

HAMBURG. Mit diesem Schritt will der Edeka-Vorstandsvorsitzende Alfons Frenk seinen Einfluss auf den AVA- Konzern verstärken, um durch größere Einsparungen den Gewinn der Handelstochter zu steigern. Dies erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen von Edeka.

Auch Aktienanalysten rechnen damit, dass die Edeka die außenstehenden Aktionäre der Handelstochter abfindet. „Ich gehe davon aus, dass die AVA innerhalb der nächsten zwölf Monate von der Börse genommen wird“, sagt Karina Gundermann, Analystin bei der Berliner Bankgesellschaft. Ähnlich sieht dies Christoph Schlienkamp, Analyst beim Düsseldorfer Bankhaus Lampe: „Das Verhalten der Edeka in den vergangenen Monaten deutet daraufhin, dass eine weitere Aufstockung der Ava-Anteile wahrscheinlich ist“, betont Schlienkamp. Erst Ende 2003 meldete der Mutterkonzern, dass er bei der AVA die Schwelle von 75 Prozent überschritten habe und jetzt über 78,67 Prozent des stimmberechtigten Kapitals verfüge.

Dass die Edeka die AVA stärker an sich bindet, ist für Schlienkamp verständlich: Das Bielefelder Handelsunternehmen hatte dem Mutterkonzern bereits in den vergangenen Jahren finanziell unter die Arme gegriffen. „Es ist die Frage offen, ob die AVA nicht bereits in den vergangenen Jahren Teile der Edeka-Finanzierung mit übernommen hat“, umschreibt Schlienkamp diesen Umstand.

Die Aktienanalysten sind sich zudem einig, dass es Edeka durch eine vollständigen Übernahme leichter fällt, ihren gesellschaftsrechtlichen Einfluss bei den Bielefeldern zu verstärken. So könne der Hamburger Lebensmittelhändler problemlos einen Gewinn- und Beherrschungsvertrag mit der Handelstochter schließen, ohne vorher die Zustimmung bei allen AVA-Aktionären einzuholen.

Die börsennotierte AVA ist mit der Warenhauskette Marktkauf und der Baumarktkette dixi einer der führenden Handelskonzerne in Deutschland. Das Unternehmen konnte im vergangenen Geschäftsjahr den Konzernumsatz um 2,7 Prozent auf 5,6 (5,4) Mrd. Euro erhöhen. Der Vorsteuergewinn stieg von 20,5 auf 40,2 Mill. Euro. Der Mutterkonzern Edeka erzielte hingegen im Berichtszeitraum einen Gruppenumsatz von 31,27 Mrd. Euro. Ertragszahlen für 2003 werden voraussichtlich auf der Bilanzpressekonferenz am 30. Juni genannt.

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