„Der deutsche Verbraucher wird angelogen“

Edeka/Rewe-Check
„Der deutsche Verbraucher wird angelogen“

Sie sind der Gegenentwurf zu Aldi und Lidl: die hierzulande führenden Supermärkte Edeka und Rewe. Die ARD hat die Marken auf den Prüfstand gestellt und berichtet von gefühlt besseren Lebensmitteln und Lohndumping.
  • 45

DüsseldorfBesser sein als die Discounter: So lautet das Geschäftsmodell der beiden Handelsketten Rewe und Edeka, die in Deutschland die Nase vorn haben. Aber wie schaffen das die Supermarktriesen? Und vor allem: zu welchem Preis?

Die ARD wagte mit der Fortsetzung ihres populären „Markenchecks“, der am Montagabend um 20.15 Uhr ausgestrahlt wurde, eine kritische Bestandsaufnahme und untersuchte in der 45-minütigen Sendung die Frische von Obst und Gemüse, entdeckte Mogelpackungen und ließ einen Sternekoch Gourmet-Menüs nur mit markeneigener Feinkost von Edeka und Rewe zubereiten. Außerdem auf dem Prüfstand: das angebliche Bemühen um Mitarbeiterwohl und Umwelt.

Um heraus zu finden, wie jenseits der bunten Werbeversprechen die Wirklichkeit zwischen den Supermarktregalen aussieht, beginnt die Wirtschaftsdokumentation in gewohnter Manier mit einer Testverkostung in der Essener Fußgängerzone. In Holland eingekaufter Orangensaft und Käse wird in Saftflaschen und Verpackungen von Rewe, Edeka, Lidl und Aldi umgefüllt und einigen Passanten zum Verkosten gereicht.

Meinen die Probanden einen Unterschied beim Geschmack von Rewe-Saft und -Käse zum vermeintlich billigen Konkurrenzprodukt erkennen zu können? Ja, sie glauben an einen Geschmacksunterschied – und lassen sich damit aufs Kreuz legen. Die Passanten attestieren denjenigen Proben den besten Geschmack, die mit dem Markenlogo von Rewe oder Edeka versehen wurde. „Den Saft von Rewe fand ich am besten“, „Warum?“, „Weiß nicht, nicht zu süß, aber auch nicht zu künstlich.“ „Welcher Käse war am besten?“, „Der von Rewe“, „Warum?“, „Ich fand den am würzigsten, schön cremig.“

Markenexperte Achim Fringes, der als Berater für den Einzelhandel tätig ist, erklärt, dass die beiden Ketten ihre Arbeit richtig machen. Denn kaum jemand merkt, dass immer der gleiche Käse und der gleiche Saft angeboten wird. Was zählt sei, dass die Menschen die Wahrnehmung haben, dass es bei Rewe oder Edeka besser schmeckt. Aber wie gelingt den Konzernen das?

Kommentare zu "„Der deutsche Verbraucher wird angelogen“"

Alle Kommentare
  • Der Deutsche Michel kauft sich halt gern ein gutes Gewissen. Oder er wählt sich eins.
    Dann soll er auch dafür zahlen. Er, nicht andere.

    Der eine kauft beim Discounter und hat das gesparte Geld im Alter. Weil er vorgesorgt hat, bekommt er keine Stütze. Im Gegensatz zu dem armen Schlucker der sein Lebtag mit kritikloser Markenfresserei die Kohle verpraßt hat, und dann im Alter mit leeren Taschen dasteht.

    Grün wählen, und sich die Stromkosten über Umverteilerei bezahlen lassen. Schön cremig ...

  • Ich hab die Sendung gestern abend gesehen. So n Stuss. Natürlich kauft der Kunde Emotionen mit. Und ich lese mir nie die gesamte Packung durch, bevor ich das Produkt in den Wagen lege. Verbraucherschutz ja, aber was da gestern diskutiert wurde, ist so realitätsfremd. Wenn ich ne Wurst kaufe, lese ich nicht erst n ganzes Buch vorher.

  • Und natürlich soll es so preiswert wie möglich sein. Und ich möchte auch selbst entscheiden, ob ich SB oder Thekenware möchte. Aber diese Ideologen gestern dachten, jeder müsse seine Ansichten teilen.

  • Rewe verkauft den gleichen chemieversuchten Kram wie alle anderen auch - Nur teurer! Ich verstehe die Menschen nicht: Sie haben nur dieses eine Leben, aber anstatt sich demzufolge um die Gesundheite zu sorgen und sich vernünftig zu ernähren, wird der billigste Fraß gekauft um dann noch 2 x im Jahr in den Urlaub fahren und sich ein IPhone leisten zu können! Kein Wunder das immer mehr an Krebs erkranken! Selber schuld! Natürlich gibt es auch arme Menschen die sich keine so gesunden Lebensmittel leisten können. Aber wer genug Geld hat sollte sich und seinen Lieben auch etwas Gesundes kochen - Verzicht auf Lebensmittel mit mehr als 1 E-Nummer ist schonmal ein Anfang! :-)

  • Wenn die einzigen Kriterien für den Verbraucher ‚bequem, nah und billig, billig, billig’ sind, kann auch nichts anderes rauskommen. Wer tatsächlich glaubt, in den großen Ketten Qualität wie direkt vom guten Metzger oder Landwirt zu bekommen, ist einfach nur naiv. Für die heutige industrielle Nahrungsmittelproduktion sind nur Mainstream Geschmack, effiziente industrielle Verarbeitbarkeit und Logistik wichtige Kriterien. Dagegen sind Nachhaltigkeit, Gesundheit etc für Nahrungsmittelindustrie und –handel nur Feigenblätter im Marketing. Wer sich als Verbraucher um solche Themen nicht selbst kümmert, darf nichts anderes erwarten.

  • Kann nicht sein!
    Schließlich haben wir eine Verbraucherschutzministerin die über unser Wohl wacht!???

  • Genau!!! Die Ilse wird's schon richten!

  • Oh - Die Qualität der teuren Produkte ist oft nicht besser die der billigeren Alternativen : -o
    Welche Überraschung .....

    Wer vorher für 100 Gramm Wurst 2€ ausgegeben hat
    und nun sagt er wurde betrogen, sollte sich mal untersuchen lassen !

    PS
    Seit wann sind ReWe+EdeKa das Gegenkonzept zu den Discountern?
    Die Supermärkte waren zuerst da.
    Dann kamen erst Aldi + Co. !

  • 'lidl bietet nur ein reduziertes sortiment' - 'rewe bietet zuviele produkte' - was genau ist denn die kritik der berichtenden? wie sollte ein 'konsumenten-gerechter laden' aussehen, damit der kunde nur genau das kauft, was er im kopf hat, wenn er den laden betritt?
    es ist klar, das die läden ihr spiel spielen - und sie spielen es gut!
    aber was genau ist der vorwurf daran und was wäre die alternative??
    und - ganz wichtig - wen interessiert's ?

  • Als 50+ Hausfrau hätte ich genau dieses Urteil auch selbst abgeben können. Das weiß doch jedes Kind, dass z.B. Rewe mit am teuersten ist. Und, wer auf diese "Tollen" Werbeslogans von Qualität und Frische reinfällt ist doch selbst Schuld! Das, was mich ab aber am meisten stört ist, dass Rewe seinen Gewinn damit erwirtschaftet, dass er z.B. in Spanien viele Menschen unter unwürdigen, menschlichen Bedingungen arbeiten lässt und uns Verbraucher auch noch damit belügt, wie gut es ihnen dort angeblich geht.

Serviceangebote