Edeka
Rückkehr der Marke

Edeka will die durch über 2000 Plus-Filialen erweiterte Billigkette Netto Süd als "Markendiscounter" etablieren. Das könnte funktionieren, denn die Konsumenten setzen laut einer Studie wieder verstärkt auf Herstellermarken.

DÜSSELDORF. Als "Markendiscounter" will Edeka-Chef Markus Mosa seine um 2 400 Plus-Filialen vergrößerte Billigkette Netto Süd etablieren - und trifft dabei angesichts der aktuellen Trendwende auf dem Lebensmittelmarkt möglicherweise ins Schwarze.

Denn offenbar war es im vergangenen Jahr ausgerechnet die schleppende Nachfrage nach No-Names, die beim Discountkönig Aldi Bremsspuren hinterließ.

Eine vor wenigen Tagen veröffentlichte Studie der Marktforschungsfirma GfK, die regelmäßig die Kaufgewohnheiten von 20 000 ausgewählten deutschen Haushalten beobachtet, stellte fest: Ausgerechnet bei den Preiseinstiegs-Eigenmarken, die bei Aldi mit einem Anteil von 64 Prozent das Kerngeschäft ausmachen, erlebte der Discountkönig eine Schlappe. Hier büßte Aldi gegenüber dem Vorjahr 3,5 Prozent seines Umsatzes ein. Allein dank seiner teureren "Mehrwert"-Handelsmarken sowie der zunehmend begehrten Markenartikel wie Haribo und Mars konnte der Discount-Marktführer sein Gesamtergebnis leicht verbessern. Dabei tragen die Markenartikel lediglich 11,5 Prozent zum Umsatz bei.

Die Renaissance der Herstellermarken im Lebensmittelhandel ließ dagegen den Verfolger Lidl aufholen. Die Neckarsulmer führen mit einem Umsatzanteil von 23,8 Prozent mehr als doppelt so viele Markenartikel im Sortiment wie Aldi. Und davon profitierten sie 2007 deutlich: Das Markensegment trug fast doppelt so stark zum Wachstum von Lidl bei wie das restliche Eigenmarkengeschäft - nämlich mit einem Zuwachs von stattlichen 22,6 Prozent. Das Markenangebot, glaubt man bei der Beratungsfirma Accenture, führt Lidl offenbar eine finanzstärkere Klientel zu als dem Konkurrenten Aldi.

Für den defizitären "Markendiscounter" Plus könnte die Übernahme durch Edeka daher eine Rettung sein. Bislang nämlich bezahlte die Tengelmann-Tochter ihre Marken mit hohen Einkaufspreisen. Nach Berechnungen des Handelsexperten Ulrich Eggert garantierte sie den Lieferanten im Jahresschnitt pro Artikel nur drei bis vier Mill. Euro Umsatz, während Lidl auf knapp zehn Mill., Aldi sogar auf bis zu 14 Mill. Euro kommt. Das Manko kann Plus nun ausgleichen. Schließlich will man ab 2009 zusammen mit dem Giganten Edeka einkaufen.

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