Edeka startet Eigenmarke im mittleren Preissegment
Auch bei Obst und Gemüse liegt Aldi vorn

„Obst ist gesund.“ Dieser einfachen Formel vertrauen die deutschen Verbraucher seit Jahrzehnten und kaufen jährlich für rund 18 Mrd. Euro frisches Obst und Gemüse. Am meisten profitiert von dem Gesundheitsbewusstsein der Deutschen haben die Discounter.

HB DÜSSELDORF. Ihr Umsatzanteil am Frischobst- und -gemüsemarkt stieg zwischen 1992 und 2003 von 15 auf satte 41 Prozent. Der traditionelle Lebensmitteleinzelhandel verlor in dieser Zeit hingegen seine Bedeutung für den Frischemarkt: Der Marktanteil der Supermärkte ging von einst 38 Prozent kontinuierlich auf nunmehr 22 Prozent zurück. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Unternehmensberatung BBE in Zusammenarbeit mit dem „Fruchthandel-Magazin“, die in dieser Woche auf der Fachmesse Fruitlogistica in Berlin vorgestellt wird.

„Die Verbraucher wollen nicht nur sparen, sondern messen den Discountern mittlerweile auch Frische- und Erlebniskompetenz zu“, lautet ein Ergebnis der Studie, die dem Handelsblatt vorliegt. Besonders Aldi stehe mit mit einem Marktanteil von etwa 22 Prozent bei den Verbrauchern hoch im Kurs. Trotz einer hohen Sortimentsvielfalt bei Obst und Gemüse können sich die Discounter auf einige wenige besonders beliebte Sorten wie Äpfel und Bananen oder Möhren, Brokkoli und Tomaten konzentrieren. Wegen ihrer Marktmacht würden sie dabei unabhängig von der Ernteentwicklung Preise und Mengen für jeweils ein Jahr im Voraus fixieren, so die Studie.

Großer Lieferant von Aldi, Lidl & Co. ist unter anderem die Hamburger Fruchthandelsgruppe Cobana Fruchtring, einer Vermarktungsorganisation von etwa 40 mittelständischen Großhändlern, die einen Jahresumsatz von rund zwei Mrd. Euro erwirtschaftet. Trotz der guten Geschäftsbeziehungen zu den Discountern hofft Cobana, dass man aus dieser „Preisdelle“ wieder herauskommt, wie Cobana-Marketingleiter Stephan Schlick sagt, und „dass wieder richtig Geld verdient wird.“ Doch bei den geringen Margen kann Cobana kaum Mittel in die Absatzförderung stecken. Schlick setzt hier vor allem auf Gemeinschaftswerbung mit Branchenkollegen. Beispielhaft ist hier die Initiative „Fünf am Tag“, die aus Gründen der Gesundheitsförderung auch noch staatliche Gelder erhält.

Ganz andere Wege geht der US-Konzern Dole, der viel Geld in den Aufbau einer Marke investiert hat und sich weltweit vor allem als Spezialist für Bananen und Ananas etabliert hat. Der mit einem Jahresumsatz von 4,7 Mrd. Dollar größte Fruchthandelskonzern der Welt bietet dem Einzelhandel Platzierungshilfen und führt Verkostungsaktionen durch. Außerdem sind alle Dole-Früchte durch ein angeheftetes Schildchen als Markenprodukte erkennbar. Ein riskantes Spiel, denn die Ware kann schnell verderben und dann prangt das Dole-Etikett womöglich an einer vergammelten Banane. Das US-Unternehmen setzt aber darauf, „dass der Handel ein hohes Eigeninteresse daran hat, dass die frische Ware so schnell wie möglich verkauft wird“, wie Dole-Marketing-Manager Heinz Meinken behauptet.

Bei der Edeka-Gruppe beispielsweise sorgt ein intelligentes Management in den Geschäften dafür, dass möglichst nur Top-Qualität in der Obsttheke liegt, und die Retouren so gering wie möglich gehalten werden. Edeka begegnet dem Vormarsch der Discounter mit „Gut-und-günstig“-Produkten auf dem gleichen Preisniveau wie Aldi & Co und forciert im mittleren Preissegment die Eigenmarke „Rio Grande“. Mit Erfolg, wie Edeka stolz vermeldet. Der Umsatz der Warengruppe „Obst und Gemüse“ legte 2003 gegen den Markttrend um drei Prozent zu. Für 2004 rechnet Edeka mit einem ähnlich guten Ergebnis.

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