Edeka Zentrale AG will vier Lager schließen
Spar-Gruppe droht massiver Stellenabbau

Die Edeka Zentrale AG will nach der Übernahme bei der Schenefelder Spar-Handels-AG massiv die Kosten senken. Bis zu 1 700 der rund 3 200 Stellen im Großhandel des Schenefelder Lebensmittelhändlers sollen dem Rotstift zum Opfer fallen.

HB HAMBURG. Hintergrund ist, dass Edeka die kostenintensiven Spar-Lager in Langenfeld, Mittenwalde, Ellhofen und Piong schließen sowie Doppelfunktionen im Einkauf und in der Verwaltung abbauen will. „Es ist noch nicht klar, wie viele Mitarbeiter entlassen werden sollen. Dies werden wir in den nächsten sechs Monaten entscheiden“, sagte eine Edeka-Sprecherin dem Handelsblatt. Deutschlands führender Lebensmittelhändler werde sich aber bemühen, möglichst vielen Spar-Mitarbeitern bei Edeka einen neuen Arbeitsplatz anzubieten. Der Firmensitz und Lagerstandort von Spar in Schenefeld soll erhalten bleiben, heißt es.

Das Bundeskartellamt hatte gestern der geplanten Übernahme der Spar-Handels-AG durch Edeka ohne Auflagen zugestimmt. Der Hamburger Handelsriese hatte im April die finanziell stark angeschlagene Spar-Gruppe von dem französischen Großaktionär ITM übernommen. Damit will Edeka-Chef Alfons Frenk den Umsatz der Gruppe um mehr als fünf Mrd. Euro auf knapp 37 Mrd. Euro ausweiten und den Marktanteil in Deutschland um sieben auf 27 Prozent vergrößern.

Den geplanten Umbau trägt größtenteils die Spar Handels-AG sowie deren französischer Großaktionär ITM. Der Schenefelder Handelsriese müsse die millionenschweren Restruktuierungskosten sowie die Abfindungen an die Mitarbeiter übernehmen, sagte eine Edeka-Sprecherin. Dies sei Bestandteil der mit ITM ausgehandelten Übernahmeverträge.Über die Höhe der Aufwendungen machte sie aber keine Angaben. Edeka übernimmt alle Spar-Aktien und plant, die Gesellschaft von der Börse zu nehmen.

Mit der Übernahme durch Edeka werden viele Spar-Läden wohl ihr Aussehen ändern. Denn die 2 000 Spar-Einzelhändler mit ihren 15 000 Mitarbeitern können auf Grund einer vertraglichen Vereinbarung mit ihren Läden bis Ende 2007 nicht nur zu Edeka sondern auch zu anderen Anbietern wechseln. Wie viele Spar-Händler von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen, ist unklar. In Branchenkreisen heißt es, dass viele der Einzelhändler, in deren Nähe sich bereits ein Edeka-Laden befindet, zu Konkurrenten wie Markant, Rewe oder Coop-Schleswig-Holstein wechseln könnten. Spar-Einzelhändler sind rechtlich eigenständig. Sie werden lediglich vom Großhandel der Spar-Handels-AG beliefert.

Auch die Sortimentspolitik von Spar will Edeka nach der Übernahme weiter anpassen. Danach will der Handelskonzern die preisgünstige Eigenmarke „die Sparsamen“ mittelfristig aus den Regalen verschwinden lassen und durch die entsprechende Edeka-Eigenmarke „gut & günstig“ ersetzen. Damit erhärten sich die jüngsten Vermutungen des Spar-Betriebsratschefs Matthias Kalert. Auch der Mitarbeitervertreter hatte erst kürzlich in einem offenen Brief davor gewarnt, dass die Marke Spar langfristig vom Markt verschwindet. Er sah damit den Fortbestand des Unternehmens gefährdet.

Die Spar Handels-AG hatte im 1. Halbjahr 2005 rund 1,2 Mrd. Euro umgesetzt und ein Ergebnis von rund 2,7 Mill. Euro erwirtschaftet. Das Unternehmen hatte über viele Jahre hinweg dreistellige Millionenverluste erwirtschaftet, weil das Management die Sanierung der defizitären Regiebetriebe „Eurospar“ nicht in den Griff bekommen hatte.

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