EEG-Umlage
Stromversorger schweigen sich über Preiserhöhungen aus

Die Ökostrom-Umlage steigt im kommenden Jahr kräftig, aber was das für die Strompreise bedeutet, bleibt unklar. Die meisten Stromversorger wollen sich derzeit nicht zu möglichen Preiserhöhungen klar äußern.
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BerlinDie Stromversorger halten sich über die Auswirkungen der erhöhten Ökostrom-Umlage auf ihre Preise vorerst bedeckt. Eine Umfrage der Nachrichtenagentur dapd ergab am Dienstag, dass sich die meisten großen Anbieter noch nicht festlegen wollen.

Bei Eon und Vattenfall hieß es, es gebe noch keine Entscheidung. Eine Eon-Sprecherin sagte, für Angaben zur Preisgestaltung des kommenden Jahres sei es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh. Der Preis werde sich am Markt bilden. EnBW kündigte an, die EEG-Umlagenerhöhung in die neuen Kalkulationen mit einfließen lassen.

Inwiefern sie sich auf den Strompreis auswirke, könne aber noch nicht gesagt werden, da der Preis auch von anderen Faktoren abhänge, sagte ein Sprecher. Bei der RWE Vertrieb AG hieß es dagegen, der Anstieg von 3,6 auf 5,3 Cent pro Kilowattstunde zum Jahreswechsel werde zunächst nicht an die Kunden weitergegeben.

Auch bei den Ökostromanbietern Naturstrom und Lichtblick herrscht noch keine Klarheit über die Preisgestaltung im kommenden Jahr. Eine Lichtblick-Sprecherin sagte, dass die EEG-Umlage aber mit in die Berechnungen einbezogen würde. Die genaue Höhe wolle man den Kunden Mitte November mitteilen.

Genaue Aussagen konnte auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU), in dem eine Vielzahl von kommunalen Energieversorgern organisiert ist, noch nicht machen. Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des VKU, plädierte aber dafür, die Verbraucherinteressen nicht aus dem Auge zu verlieren. „Strom sollte für alle Bevölkerungsgruppen und die Wirtschaft bezahlbar bleiben.“

Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln geht indes davon aus, dass die Erhöhung der EEG-Umlage die privaten Haushalte „mit voller Wucht“ trifft. Inklusive Mehrwertsteuer müssten sie ab Januar etwa zwei Cent je Kilowattstunde mehr zahlen, wie das Institut mitteilte. Dies bedeute einen Anstieg der Stromrechnung um etwa acht Prozent nur aufgrund der Förderung erneuerbarer Energien.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " EEG-Umlage: Stromversorger schweigen sich über Preiserhöhungen aus"

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  • Man kann schon verzweifeln am wirtschaftlichen Sachverstand mancher Kommentatoren. Ich verstehe ja noch, dass manche Fatalisten der Atomkraft hinterhertrauern, nach der Devise "meinen Kindern wird schon einfallen, wo sie den Müll lassen können". Aber selbst der verbohrteste Nuklearfreund wird zugeben müssen, dass seit Tschernobyl nicht nur der deutsche Markt für AKWs tot ist, während erneuerbare Energien ein Wachstumsmarkt sind, von dem die deutsche Industrie bisher ganz schön profitiert hat. Höhere Preise für Energie kommen so oder so. Wenn wir fossil weiterheizen, statt das Geld heute in EE zu INVESTIEREN (!!!), damit es sich später amortisiert, greifen halt andere die Kohle ab – und was das für die Umwelt bedeuten würde, weiß man ja. Was fehlt, sind die gerechte, solidarische Beteiligung ALLER Stromnutzer an diesen Anlaufkosten (höchstens bis zu dem Moment, an dem die abwärts gerichtete Preiskurve der jeweiligen Technik die Aufwärtskurve des Preises für Fossilstrom schneidet), sowie Investitionen in energiesparende Innovationen. So lange Strom für die Industrie billig ist, muss sie nicht modernisieren - und deshalb riskiert sie ihre Wettbewerbsfähigkeit gerade dadurch, dass sie für billigen Strom kämpft.

  • Zitat aus bericht:

    Dies bedeute einen Anstieg der Stromrechnung um etwa acht Prozent nur aufgrund der Förderung erneuerbarer Energien...

    Endlich mal eine klare Aussage in der Presse.
    Die meisten redakteure eiern am Ergebnis rum und wiederholen nur die Abschwächungen der Politiker, die alle gemeinsam den EEG Unsinn verzapft haben und jetzt in Erklärungsnot sind!

  • Die Zahl der Betriebe, die von der Umlage befreit sind hat sich seit CDU/CSU und FDP regieren nahezu verfünffacht!

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