EEX und Powernext
Energiebörsen Leipzig und Paris arbeiten zusammen

Eine paneuropäische Strom- und Gasbörse rückt näher: Die deutsche Energiebörse European Energy Exchange (EEX) in Leipzig strebt zunächst eine Zusammenarbeit mit der französischen Strombörse Powernext an. Vom sächsischen Standort will die EEX freilich nicht lassen - und hat schon mal vorgebaut.

HB LEIPZIG. Dafür gebe es bereits ein Vertragspaket, das der Aufsichtsrat der EEX „als gute Grundlage“ auch für weitere Kooperationen bewertet habe, teilte die Energiebörse am Freitagabend mit. Eine endgültige Entscheidung solle auf einer weiteren Aufsichtsratssitzung im Dezember fallen. Zu den Inhalten des Vertragswerks wollte sich die EEX vorerst nicht äußern.

In der Frage des Sitzes einer fusionierten Börse schlug die EEX Pflöcke ein. Der Aufsichtsrat habe einen langfristigen Mietvertrag für einen neuen, größeren Standort in Leipzig genehmigt, teilte die Börse mit.

Zeitungsberichten zufolge wollte das Kontrollgremium bereits über einen Zusammenschluss mit Powernext beraten, deren Führung ebenfalls zusammenkommen sollte. EEX-Vorstandschef Hans-Bernd Menzel hatte darauf verwiesen, dass Kunden und Nutzer verstärkt auf eine europäische Lösung drängten.

Energiekonzerne wie Eon und RWE haben sich für eine europäische Strombörse ausgesprochen. Die beiden Unternehmen sind an der EEX beteiligt. Die heutige EEX war 2002 aus der Fusion der Leipziger Power Exchange (LPX) und der Frankfurter EEX hervorgegangen. Am Handel nehmen 180 europäische Versorger teil. Die Börse handelt neben Strom auch mit Gas, Kohle und CO2-Zertifikaten.

Größter Anteilseigner ist mit gut 23 Prozent die zur Deutschen Börse gehörende Terminbörse Eurex, rund 17 Prozent halten die Sachsen LB und die skandinavische Strombörse Nord Pool. Die EEX hatte 2006 bei einem Umsatz von 37,8 Millionen Euro einen Überschuss von 5,56 Millionen Euro erzielt. Powernext gehört zu 34 Prozent der europäischen Mehrländerbörse Euronext. Weitere Anteile liegen bei französischen Energieunternehmen und Banken sowie dem Stromnetzbetreiber RTE.

Die „Wirtschaftswoche“ hatte bereits vor Wochen berichtet, EEX und Powernext berieten über eine Fusion. In einem ersten Schritt solle bis Ende Oktober das Spotgeschäft verschmolzen werden. Als Chef des Spotmarktgeschäfts von EEX und Powernext sei Powernext-Chef Jean-Francois Conil-Lacoste vorgesehen.

Dafür solle EEX-Chef Menzel das Unternehmen führen, das im nächsten Jahr voll fusioniert sein solle. Sitz der Börse solle Paris sein. In zwei bis drei Jahren solle die Firma an die Börse gebracht werden.

RWE hat sich für Deutschland als Sitz der neuen Börse stark gemacht. In Frankreich sei der Markt nicht so weit entwickelt, da die EEX das mit Abstand höchste Handelsvolumen in Europa habe. Hingegen hatte der Chef von Branchenprimus E.ON, Wulf Bernotat, gesagt, die Börse könne auch ihren Sitz in Paris haben.

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