Ehrgeiziges Ziel
Private Dienstleister drängen in Briefmarkt

Die privaten Briefdienste Pin Group und TNT Post wollen der Deutschen Post in den nächsten Jahren kräftig Marktanteile abjagen. Beide Unternehmen peilen bis 2010 einen Umsatz von jeweils rund einer Mrd. Euro an. Damit kämen sie zusammen im zehn Mrd. Euro schweren Briefmarkt auf einen Marktanteil von 20 Prozent.

BONN. Hinter der Pin Group stehen die Zeitungsverlage Springer, WAZ und auch Holtzbrinck, zu dem auch das Handelsblatt gehört. TNT Post ist eine Tochter des niederländischen Postkonzerns TNT, des größten Rivalen der Post in Europa, und des Paketdienstes Hermes.

Branchenexperten halten dies für ein sehr ehrgeiziges Ziel. Zumal sich beide Unternehmen gerade erst für den Wettbewerb aufstellen. „Trotz der starken Partner haben sich beide einiges vorgenommen“, sagte der Hamburger Unternehmensberater Horst Manner-Romberg. Eine ursprünglich geplante Kooperation war im Vorfeld noch gescheitert.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Putz & Partner wird sich der noch stark fragmentierte, von vielen regionalen und lokalen Dienstleistern gekennzeichnete Briefmarkt aber rasch konsolidieren und auf wenige große Anbieter konzentrieren. TNT und Pin werden dabei die größten Chancen eingeräumt. Der neue, in der Regel deutlich preisgünstigere Wettbewerb wird sich danach auf die lukrative Geschäfts- und Behördenpost konzentrieren. Für Geschäftskunden und Behörden werden Kostensenkungen von zehn bis 30 Prozent erwartet. Doch verfüge keiner der privaten Wettbewerber bis dato über ein eigenes, einheitliches Zustellnetz in ganz Deutschland. Das Profil der meisten alternativen Anbieter sei noch sehr unscharf, so die Unternehmensberater. Das Briefmonopol der Post läuft Ende 2007 aus.

„Wir wollen in diesem Jahr mit einem Umsatz von 160 Mill. Euro ein ausgeglichenes Ergebnis erreichen und peilen bis 2010 einen Umsatz von über einer Mrd. Euro an“, sagte Pin-Chef Günther Thiel auf einem Kongress der Deutschen Verkehrs Zeitung (DVZ). Aktuell kommt Pin auf 80 Mill. Euro. Der Umsatz mit den Anteilseignern, den Verlagen, mache bislang aber weniger als fünf Prozent des Umsatzes von Pin aus, so Thiel. Er setzt auf mehr Unterstützung: Die Post erziele mit der Zustellung von Zeitungen, die nicht am frühen Morgen im Briefkasten liegen müssen, noch 750 Mill. Euro Umsatz.

Thiel räumte aber ein, dass derzeit nur 20 Prozent der Leistungen bundesweit erbracht werden, zum Teil mit Hilfe der Post. Das soll sich rasch ändern. Doch dazu muss die Gruppe investieren und Partner für das Netzwerk finden. Thiel schwebt eine Brief-Allianz der Verlage vor, die ihren Pressevertrieb mit Briefen besser auslasten wollen. Gespräche werden geführt, beispielsweise mit Madsack aus Hannover. Weitere Beteiligungen an der Pin schließt Thiel dabei ausdrücklich nicht aus.

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