Eick: „Sehr viel Geld für mich“
Arcandor-Chef winkt 15-Millionen-Abfindung

Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick wehrt sich gegen Kritik an der 15 Mio. Euro hohen Abfindung, die er bei seinem voraussichtlichen Abgang nach der Insolvenz des Unternehmens bekommen soll. „Ich komme aus einfachen Verhältnissen und weiß, dass 15 Mio. Euro sehr viel Geld ist - auch für mich“, sagte er der „Bild am Sonntag“.

HB HAMBURG/ESSEN. Eine Diskussion darüber werde es geben, und „ich kann und will sie auch nicht verhindern“. Der Vorstandsvorsitzende des krisengeschüttelten Handels- und Tourismuskonzerns könnte das Unternehmen bereits in der kommenden Woche verlassen, wenn voraussichtlich am Dienstag (1. September) die Insolvenzverfahren für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften eröffnet werden. Die Millionen-Abfindung stößt bei den Betriebsräten von Karstadt und Quelle auf scharfe Kritik.

„Ich habe meine Bezüge immer sehr transparent offengelegt und gesagt, dass ich lieber hart und mit Herzblut arbeiten und nicht vorzeitig aufhören möchte“, sagte Eick der Zeitung. Zum genauen Zeitpunkt seines Arbeitsendes bei Arcandor (ehemals KarstadtQuelle) erklärte er: „Wenn am Dienstag der Insolvenzverwalter vom Gericht bestellt wird, werde ich ihn fragen, ob er mich noch braucht.“ Um seinen Schreibtisch zu räumen, brauche er zehn Minuten, sagte er.

Der ehemalige Telekom-Manager hatte erst vor rund einem halben Jahr den Arcandor-Chefposten von Thomas Middelhoff übernommen. Nachdem der Konzern bereits tief in der Krise war, hatte Eick mit seinen Versuchen, doch noch einen großen Investor zu finden, keinen Erfolg gehabt. Er bekam auch weder Staatshilfe noch Notkredite durch.

Dass er Verantwortung für die Insolvenz trage, bestreitet Eick: „Das weise ich mit allem Respekt zurück. Ich war keine sechs Monate operativ tätig und in so einer kurzen Zeit kann man keinen Konzern in eine lebensbedrohliche Schieflage bringen. Viele der Ursachen liegen in der Vergangenheit“, sagte er der „BamS“.

Arcandor hatte bereits Anfang Juni Insolvenzantrag zunächst für die Arcandor AG sowie die Töchter Karstadt Warenhaus GmbH, die Primondo GmbH und die Quelle GmbH gestellt. Damit bangten 43 000 Beschäftigte um ihren Arbeitsplatz. Das Essener Amtsgericht wird nun voraussichtlich für 40 Gesellschaften das Insolvenzverfahren eröffnen.

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