Ein Monat rauchfrei in NRW
Endlich Nichtraucher!

Gemischte Bilanz zum Weltnichtrauchertag: Seit einem Monat gilt das Nichtraucherschutzgesetz in Nordrhein-Westfalen. Die Ordnungsämter sind ganz zufrieden, doch die Gastronomie klagt über sinkende Umsätze.
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DüsseldorfAlex flucht, denn es regnet. Mal wieder. Und das heißt für ihn: Er steht auf der Ratinger Straße in der Düsseldorfer Altstadt vor der Kneipe und wird nass. Denn er will rauchen. Noch vor einem Monat waren die Regelungen in Nordrhein-Westfalen eher lax, doch seit 1. Mai gilt: Egal ob ehemals Raucherclub oder Shisha-Café: Rauchen in Kneipen ist verboten. Wer dennoch raucht, dem droht ein Bußgeld. Und so muss Alex raus in den Regen. „Eigentlich finde ich es O.K., dass ich draußen rauchen muss“, sagt er. Wenn nur das schlechte Wetter nicht wäre.

Dass es in Nordrhein-Westfalens Kneipen und Diskotheken keine dicke Luft mehr gibt, ist für die meisten Nichtraucher hingegen ein Fest, nicht nur am heutigen Weltnichtrauchertag. Schon beim Champions-League-Finale herrschte Rauchfreiheit in den Gaststätten des bevölkerungsreichsten Bundeslandes. Zur guten Luft am Fußballabend kam die positive Überraschung am nächsten Morgen: Die Haare riechen nicht nach Kneipe, T-Shirt und Jeans können nochmal übergestreift werden. Und so fällt die Bilanz zum Nichtrauchertag des ersten rauchfreien Monats in NRW positiv aus – wenigstens auf Seiten der Nichtraucher.

Mit dem Gesetz – neben Bayern ist es das härteste in Deutschland – sollte der Nichtraucherschutz in NRW vor allem pragmatischer werden, sagte eine Sprecherin des NRW-Ministeriums für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA) Handelsblatt Online. Man habe mit dem Gesetz eine bis dahin bestehende Grauzone geschlossen.

Der Wirt ist dafür verantwortlich, dass das strikte Nichtrauchergesetz eingehalten wird. Er muss auch auf Hinweise von Kunden reagieren. In zweiter Instanz können sich Bürger auch ans örtliche Ordnungsamt wenden, die können nun Bußgelder von bis zu 2.500 Euro erheben. Überprüfen, wie hoch die Anzahl der Beschwerden in NRW ist, will man auf Landesebene vorerst nicht.

Das scheint auch nicht nötig. Jedenfalls aus Sicht der Städte. In Düsseldorf beispielweise „stößt das Gesetz auf breite Akzeptanz“, sagt Ordnungsamtsleiter Michael Zimmermann. Nur 15 Beschwerden von Bürgern habe es in den ersten vier Wochen gegeben. Auch in anderen Städten in NRW ist die Lage ruhig. „In Aachen gab es viel weniger Beschwerden als bei der Gesetzesänderung 2008“, sagt Ordnungsamtsleiter Detlev Fröhlke.

Damals seien es bis zu 70 in den ersten Wochen gewesen. „Nun sind die Beschwerden fast vollständig ausgeblieben.“ Auch bei Kontrollen durch das Ordnungsamt seien sie bisher nur auf zwei Verfehlungen gestoßen. Seine Bilanz: Das Nichtraucherschutzgesetz macht sich positiv bemerkbar.

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Einbußen von mehr als zehn Prozent

Kommentare zu " Ein Monat rauchfrei in NRW: Endlich Nichtraucher!"

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  • Es geht nicht um den Schutz der Nichtraucher - denn kein Nichtraucher wurde jemals gezwungen in eine verräucherte Kneipe zu gehen.
    Es geht darum die Menschen zu gängeln. Als nächster Schritt mit fast gleichen Argumenten wird der Alkoholkonsum beschnitten in der Öffentlichkeit. Ich selbst mag Betrunkene nicht - kann somit nicht einmal wirklich was dagegen haben. Hab ich aber. Ich habe etwas dagegen, dass wir Gesetze erlassen, die für gleichförmige Menschen sorgen. Unser Staat hätte uns gerne alle fett auf dem Sofa vor dem Fernseher. Eine stille duldsame Masse. Nur noch 10 % sollen wählen - dahin will man die Gesellschaft trimmen. Ginge es tatsächlich um einen Schutz der Verbraucher, so würden Süßigkeiten und fettreiches Essen mit 100% besteuert. Die Tabaksteuer wäre nicht in Etappen angehoben worden sondern auf einen Schlag. Und Alkohol würde aus den Märkten und Tankstellen verschwinden und dürfte nur noch in bestimmten Geschäften verkauft werden.

  • und Biofanatiker werden ausgeschlossen, da Biolebensmittel nachweislich mit viel mehr Keimen und Schwermetallen verseucht ist. Beides macht krank.
    Und Fettleibige werden ausgemustert, da sie ja ihre Gesundheit schädigen. Und Alkoholtrinker werden ausgemustert - und Skifahrer werden ausgemustert. Am besten auch alle die arbeiten - denn auch Arbeit macht oftmals krank.

  • richtig! Ich fordere das schon lange - ein Alkoholverbot für Speisegaststätten. Es ist doch unzumutbar mit Kindern essen zu gehen und die armen Kleinen sehen überall den Alkohol. Wo der doch so schädlich ist.
    Auch an ein Verbot von Süßigkeiten im Kino hab ich schon nachgedacht - zuviel davon ist schließlich ungesund. Ach ja und eine Reglementierung der Tortenstückmenge im Cafe wäre auch angebracht. Desweiteren sollten zukünftig MacDoof etc nur noch zu Fuß, mit mind. 10 Min. Fußweg erreichbar sein, damit die fetten Leute wenigstens ein paar der angefressenen Kalorien wieder abbauen können.
    Mir fallen ganz sicher noch viele gesunde Maßnahmen gegen Fettleibigkeit ein - und darunter leiden tatsächlich viel mehr Menschen als unter Lungenkrebs.

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