Eine tödliche Bedrohung
Pilotenvereinigung kritisiert LTU-Flüge nach Kabul

Die Pilotenvereinigung Cockpit hat die Flüge der LTU nach Kabul als unverantwortlich kritisiert, denn erst kürzlich sei eine Maschine der afghanischen Fluggesellschaft Ariana kurz nach dem Start beschossen worden.

HB/dpaDÜSSELDORF. Ein LTU-Sprecher betonte dagegen: „Wenn es unverantwortlich wäre, würde LTU dort nicht hinfliegen.“ Der Beschuss habe sich im Norden von Afghanistan abgespielt und nicht in Kabul. Der Flughafen der afghanischen Hauptstadt werde von der internationalen Schutztruppe geschützt, mit der LTU im ständigen Kontakt stehe.

Die Pilotenvereinigung sieht dagegen in schultergestützten Flugabwehrwaffen eine tödliche Bedrohung. Es sei daher verständlich, dass die alliierten Streitkräfte Kabul nur mit gepanzertem Fluggerät und mit Raketenabwehrsystemen anfliegen würden. Auch lehne es die Bundeswehr ab, die afghanische Hauptstadt mit ihren eigenen Airbus A310 anzusteuern.

Das Bundesverkehrsministerium in Berlin hat die Genehmigung für die LTU zum Flugdienst nach Kabul verteidigt. In einem Schreiben an die Vereinigung Cockpit weist das Ministerium darauf hin, dass es zahlreiche Auflagen für die LTU gebe. Die Ausnahmegenehmigung für Flüge von und nach Kabul sei erst nach einer Prüfung durch das Luftfahrt-Bundesamt erteilt worden. Die Untersuchung habe Anflugverfahren einschließlich der dazugehörigen Notoperationen, Wetter, Kraftstoffberechnung und mehrere andere Bedingungen umfasst. Im übrigen sei die LTU verpflichtet worden, vor jedem Kabul-Flug die Sicherheitslage zu überprüfen.

Anfang August hatte das Düsseldorfer Lufttransport-Unternehmen erstmals nach 23 Jahren wieder den direkten zivilen Flugverkehr zwischen Europa und Afghanistan aufgenommen. Seitdem fliegt die LTU wöchentlich einmal von Düsseldorf nach Kabul. Genutzt wird der Linienflug vor allem von Exil-Afghanen, Firmenvertretern und von Mitarbeitern internationaler Organisationen.

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