Einige Entsorger möchten sich um die Flaschen und Dosen kümmern, die bei Billigläden anfallen
Der Wettlauf um die Einwegflaschen beginnt

Nach der Entscheidung des Bundesrats zum Dosenpfand wittern zahlreiche Entsorgungsfirmen die Möglichkeit eines neuen Geschäfts: Die Länderkammer hat die „Insellösungen“ der Discountketten untersagt.

DÜSSELDORF. Ab dem Frühjahr 2006 müssen danach Einwegverkäufer wie Aldi, Lidl oder Plus sämtliche Ex-und-Hopp-Verpackungen für Getränke zurücknehmen, und nicht mehr nur die bei ihnen erworbenen.

„Industrie und Handel stehen nun vor der Aufgabe, ein bundeseinheitliches Pfandsystem festzusetzen“, sagte Werner Delfmann, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Verpackung und Umwelt (AGVU). Dabei müsse es sich aber um eine wettbewerbsoffene Lösung handeln.

Anbieter von Entsorgungssystemen stehen schon seit langem in den Startlöchern. Gute Chancen rechnet sich nicht zuletzt die Duale System Deutschland AG (DSD) aus. Die Grüne-Punkt-Organisation sucht nach neuen Geschäftsfeldern und plant, Handel und Industrie die Verrechnung der Pfandgelder anzubieten. Ein ähnlicher Vorstoß war 2003 noch am Veto des Bundeskartellamts gescheitert. Nach dem geplanten Verkauf an die US-Beteiligungsgesellschaft KKR rechnet das Kölner Unternehmen aber mit mehr Entgegenkommen der Bonner Wettbewerbshüter.

Ein bereits funktionierendes Rücknahmesystem bietet Lekkerland-Tobaccoland. Der Frechener Kiosk- und Tankstellengroßhändler betreibt zusammen mit der Schenefelder Spar Handels-AG und der Entsorgungsfirma VfW AG das „P-System“, über das die meist kleinen Verkaufsstellen leere Dosen und Einwegflaschen säckeweise zurückgeben.

Ebenfalls aktiv ist seit längerem die Kölner Westpfand, die vom börsennotierten Abfallkonzern Interseroh AG geführt wird. „Wir werden allen Distributionskanälen für Getränkeverpackungen ein maßgeschneidertes System anbieten können“, wirbt Interseroh-Vorstand Michael Mevissen für sein Rücknahmesystem. Derzeit arbeitet Westpfand vorwiegend für Brauereien im Kölner Raum.

P-System und Westpfand kommen derzeit zusammen nicht einmal auf einen Marktanteil von zehn Prozent, schätzen Kenner. Den weitaus größten Anteil der Einwegverpackungen besitzen derzeit noch die Insellösungen der Discounter.

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