Einigung auf Beschleunigung des Verfahrens
Phoenix-Anleger hoffen auf schnellere Entschädigung

In einem der größten deutschen Fälle von Anlagebetrug bei der Firma Phoenix Kapitaldienst können die rund 30 000 Geschädigten schneller mit einer Entschädigung rechnen. Die ersten Summen könnten bereits Ende dieses Jahres an die ehemaligen Anleger ausgezahlt werden

HB FRANKFURT. Dies teilte der Insolvenzverwalter Frank Schmitt am Donnerstag in Frankfurt mit. Zuvor hatte sich der Gläubigerausschuss auf eine Beschleunigung des Verfahrens geeinigt, um jahrelange Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

Sie hätten die Entschädigungen um fünf bis sechs Jahre hinauszögern können. Die sieben Mitglieder des Ausschusses beauftragten Rechtsanwalt Schmitt damit, ein Insolvenzplanverfahren vorzubereiten, das bis Ende 2006 abgeschlossen werden könnte. Allerdings müssen die Gläubiger zuvor mehrheitlich dem Vorschlag auf einer Gläubigerversammlung zustimmen.

Welche Summen die einzelnen Geschädigten erhalten werden, ist noch unklar. „Anhand von Beispielen werden bis März verschiedene Musterlösungen berechnet“, sagte eine Sprecherin des Insolvenzverwalters. Der Gläubigerausschuss werde auf seiner nächsten Sitzung am 20. März genaue Daten vorliegen haben und darüber entscheiden. Dabei gehe es um die Frage, wie bei der Entschädigung Treuhandkonten und Scheingewinne behandelt würden, die Phoenix auf Konto-Auszügen der Anleger gut geschrieben hatte.

„Wenn die strittigen Punkte vor Gericht geklärt worden wären, wären die Verfahren voraussichtlich bis zum Bundesgerichtshof gegangen - und das hätte fünf Jahre gedauert“, sagte die Sprecherin. Die Phoenix Kapitaldienst GmbH soll vor allem deutsche und dänische Privatanleger sowie Großinvestoren aus Skandinavien mit dem falschen Versprechen hoher Renditen um eine dreistellige Millionensumme erleichtert haben. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden in systematischer Form Börsengeschäfte erfunden. Auf einem fiktiven Konto wurden Ende 2004, kurz bevor der Betrug aufflog, 810 Millionen Euro ausgewiesen. Insolvenzverwalter Schmitt konnte rund 230 Millionen Euro sicherstellen.

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