"Einigung mit Banken steht nichts mehr im Wege"
Grünes Licht für Karstadt-Quelle-Kredite

Die Banken haben im Ringen um die Sanierung des angeschlagenen Karstadt-Quelle-Konzerns offenbar den Weg für eine langfristige Kreditverlängerung freigemacht. Eine prinzipielle Einigung sei erzielt worden, nur noch Details sollen nach Unternehmensangaben zu regeln sein.

HB DÜSSELDORF. „Ich gehe davon aus, dass einer Unterschrift nichts mehr im Wege steht“, sagte Karstadt-Quelle-Konzernsprecher Jörg Howe am Mittwoch. „Es sind nur noch Formalien zu regeln“, betonte er. In Kreisen des Unternehmens wurde damit gerechnet, dass bereits am Donnerstag die formelle Einigung mit den Instituten mitgeteilt werden könne.

Zuvor hatten zwei kleinere, bislang skeptische Kreditgeber eingelenkt. Die NordLB, die in der Vergangenheit Bedenken geltend gemacht hatte, erklärte, sie werde dem Plan nicht im Wege stehen. Auch die bislang zurückhaltende Landesbank Baden- Württemberg (LBBW) erklärte, sie wolle bei der Kreditzusage mitziehen, wenn auch die anderen Institute dies täten.

Mit dem zwischen den Banken und dem Konzern diskutierten Konzept soll die langfristige Finanzierung von KarstadtQuelle im Volumen von 1,75 Milliarden Euro sichergestellt werden. Bislang ist durch die Banken nur die Finanzierung bis zum Jahresende gewährleistet. Eine rasche Vereinbarung über eine Kreditlinie für die kommenden drei Jahre ist von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung von KarstadtQuelle, denn die Aktionäre des Konzerns sollen am Montag über eine ebenfalls zur Sanierung nötige Kapitalerhöhung in Höhe von insgesamt 500 Millionen Euro entscheiden. Branchenkreisen zufolge verhandelt der Konzern zudem mit weiteren möglichen Geldgebern, um neuen Spielraum für die finanzielle Zukunft von KarstadtQuelle zu bekommen.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und die Norddeutschen Landesbank (Nord/LB), die mit je 25 Mill. € beim Essener Konzern engagiert sind, hatten nach Angaben aus Branchenkreisen bislang eine Einigung unter den Gläubigerbanken behindert. Die Sprecher der Banken erklärten nun am Mittwoch, sie würden sich an den Maßnahmen beteiligen. Rückendeckung für sein Sanierungskonzept hatte der Konzern bereits in der vergangenen Woche von der Unternehmensberatung Roland Berger erhalten. Ein von den Karstadt-Gläubigerbanken angeregtes Gutachten sehe den Konzern „auf dem richtigen Weg“, hatte Karstadt mitgeteilt. Unter anderem sieht das Konzept den Verkauf von 77 der insgesamt 181 Warenhäuser sowie die Veräußerung aller 305 Fachgeschäfte vor.

Die KarstadtQuelle-Aktie notierte am Nachmittag mit einem Plus von 2,40 Prozent bei 10,22 Euro.

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