Einigung
Tarifkonflikt am Bau beendet

Nach einem beispiellosen Hin und Her ist der Tarifkonflikt im deutschen Baugewerbe endgültig beigelegt. Der Vorstand der IG Bauen-Agrar-Umwelt (BAU) stimmte am Montag dem in einer Schlichtung gefundenen Kompromiss endgültig zu.

HB FRANKFURT/BERLIN. Zuvor hatte der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) schriftlich die Annahme bestätigt. „Wir haben es noch einmal geschafft, den Flächentarifvertrag und damit bundesweit geregelte Arbeitsbedingungen am Bau zu erhalten“, sagte IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel in Frankfurt.

Der Tarifabschluss für die rund 700 000 Beschäftigten der Branche, der am 19. Mai mit Hilfe des früheren Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement (SPD) als Schlichter gefunden worden war, sieht rückwirkend zum 1. Juni 3,1 Prozent mehr Lohn und Gehalt plus eine monatliche Einmalzahlung von 0,4 Prozent vor. Bis Ende März 2009 gibt es zwei weitere Stufen von 1,5 zum 1. April 2008 und 1,6 Prozent zum 1. September 2008. Dazu kommen ebenfalls Einmalzahlungen.

Das Baugewerbe im Norden hatte den Schlichterspruch für die Branche zunächst abgelehnt. Daraufhin kam es zu einem rund dreiwöchigen Streik in Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Um den Arbeitskampf zu beenden, wurde mit den norddeutschen Verbänden eine Sondervereinbarung getroffen, die auch eine Anhebung des Mindestlohns in Westdeutschland noch in diesem Jahr vorsah. Dagegen liefen die anderen westdeutschen Baugewerbeverbände Sturm, so dass dieses Element wieder gestrichen wurde.

Weiter vorgesehen ist aber, dass Baufirmen in Norddeutschland in einem erleichterten Verfahren Absenkungen von der generellen Lohnanhebung erreichen können. „Die Sonderregelung bedeutet keine Wettbewerbsverzerrung“, betonte der Verhandlungsführer der Bau- Arbeitgeber, Thomas Bauer, in Berlin. Die Bauindustrie werde nun mit allen Partnern gemeinsam an der Zukunft des Flächentarifvertrages für die Branche arbeiten.

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