Einkaufstour
Lufthansa sichert sich mehr Einfluss bei Fraport und Eurowings

Die Einkaufstour des Konzerns im deutschen Luftverkehr geht weiter. Jüngste Investitionsziele sind Fraport und Eurowings.

FRANKFURT. Neben der Bekanntgabe, den Aktienanteil am Flughafenbetreiber Fraport in den vergangenen Wochen auf knapp zehn Prozent aufgestockt zu haben, investiert die Lufthansa weiter ins Regional- und Billigfluggeschäft. In diesem Zusammenhang hat sie den Eigentümer der Dortmunder Fluglinie Eurowings AG, Albrecht Knauf, bereits im Vorgriff auf eine spätere Vollübernahme ausgezahlt. Derzeit hält Lufthansa an Eurowings samt dessen Billigflug-Tochter Germanwings 49 Prozent des Grundkapitals. „Gegen Zahlung von 127 Mill. Euro ist Lufthansa (...) das Recht auf den Erwerb von 50,9 Prozent der Kapitalanteile und der verbliebenen Stimmrechte eingeräumt worden“, heißt es im Geschäftsbericht des Konzerns.

Als Sicherheit für diesen als Darlehen gewährten Betrag hat Knauf die Mehrheit der Stimmrechte an Lufthansa abgetreten. Die Europäische Kommission hatte diesem Vorhaben bereits im Dezember 2005 die kartellrechtliche Freigabe erteilt. Sie sah „keinen Anlass zu ernsthaften wettbewerbsrechtlichen Bedenken“, wie es in einem Schreiben aus Brüssel heißt. Damit kann Lufthansa bei Eurowings und Germanwings Mehrheitsbeschlüsse durchsetzen, obwohl die Mehrheit des Grundkapitals nach wie vor bei Knauf liegt. Der Unternehmer ist alleiniger Gesellschafter des Baustoffherstellers Knauf Interfer in Essen und außerdem am Dämmstoff-Spezialisten Knauf Perlite in Dortmund beteiligt. Wie es in Unternehmenskreisen hieß, will Knauf die Eurowings-Anteile nicht vor 2008 abtreten.

Lufthansa verfügt zwar über eine Kaufoption, kann mit der aktuellen Konstellation aber gut leben. Sie ermöglicht, dass die kostengünstig operierende Regionalfluglinie Eurowings weiterhin außerhalb des Lufthansa-Konzerntarifs fliegen kann, obwohl ihre Flotte auf der Grundlage von Leasingverträgen (Wet-Lease) ausschließlich für den Kranich-Konzern im Einsatz ist. Damit übt Eurowings Druck auf die konzerneigene Regional-Linie Lufthansa City Line aus, die sich regelmäßig mit dem Dortmunder Mittelständler (Umsatz 2004: 473 Mill. Euro) messen muss.

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