Einnahmeausfälle
Handel fordert Ehec-Entschädigung

Der deutsche Handel kritisiert das Krisenmanagement der Politik bei der Bekämpfung der Ehec-Epidemie. Nach den Landwirten fordert darum auch der Einzelhandel Entschädigungen für Einnahmeausfälle.
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Bremen„Es gab in den Sortimenten zum Teil Umsatzrückgänge bis zu einem Drittel. Ich habe bei der Verbraucherministerin deutlich gemacht, dass der Handel auch gerne über Kompensationen sprechen möchte, wenn es Hilfen für Erzeuger gibt“, sagte der Präsident des Handelsverbands Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, dem „Weser-Kurier“ laut einem Vorabbericht.

„Es gibt auch bei Händlern und Wochenmärkten große Verluste. Aber dem Handel will die Regierung keine Kompensation aus der Agrarkasse zubilligen“, klagte der HDE-Chef mit Verweis auf die 210 Millionen Euro, die den Bauern als Entschädigung zugesagt wurden.

Der HDE-Chef nannte das Krisenmanagement der Politik im Zusammenhang mit der EHEC-Epidemie „unzureichend“ und forderte künftig mehr Mitspracherecht des Handels. Der Handel habe ein riesiges Netz an Instrumenten, mit denen sichergestellt werde, dass nur einwandfreie Lebensmittel auf den Markt kommen, sagte Sanktjohanser. „Deshalb ist ein vernünftiges Krisenmanagement nötig. Eine Art ständiger Krisenstab aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft und beteiligte Wirtschaft, der im Ernstfall sofort aktiviert werden kann.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Einnahmeausfälle: Handel fordert Ehec-Entschädigung"

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  • Ich produziere Leitern, die Leute wollen sie nicht mehr kaufen wegen der Sprossen. Bekommen ich jetzt auch Entschädigung...

  • Das ist schon extrem dreist. Ausgerechnet der Handel, der eilfertig oder aus Angst vor panischen Kunden tadellose Gurken auslistete, will jetzt eine Entschädigung. Wofür eigentlich? Die Menschen haben ja nicht weniger gekauft, sondern etwas anderes. Statt aus dem Frischesortiment haben sie sich bei den Konserven bedient.

  • Der Handel zeigt sich wieder von seiner gierigen Seite. Anstelle von Gurken und Tomaten haben die Verbraucher eben etwas anderes gekauft. Weil kein Schaden eingetreten ist, brauche ich als Steuerzahler auch keinen Schadenersatz zu zahlen. User Wolfi hat schon Recht: im Sozialismus glaubt man von all der Umverteilung immer reicher zu werden.

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