Einreisedekret von Donald Trump US-Flugbuchungen von Europäern brechen ein

Europäer machen nach den von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreisebeschränkungen einen Bogen um die USA. Die Zahl der Flugbuchungen aus Westeuropa nach Amerika ist um 14 Prozent eingebrochen.
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Das vom US-Präsidenten verhängte Einreiseverbot hat offenbar auch Auswirkungen auf den Tourismus. Quelle: AFP
Donald Trump

Das vom US-Präsidenten verhängte Einreiseverbot hat offenbar auch Auswirkungen auf den Tourismus.

(Foto: AFP)

FrankfurtEuropäer machen nach den von US-Präsident Donald Trump verhängten Einreisebeschränkungen einen Bogen um die USA. Trump hatte Ende Januar den Bürgern einiger muslimischer Staaten die Reise nach Amerika verboten. In der Woche nach seiner Anordnung, also vom 28. Januar bis 4. Februar, sei die Zahl der Flugbuchungen aus Westeuropa nach Amerika um 14 Prozent eingebrochen, erklärte die Analysefirma Forwardkeys, die täglich Millionen von Reisedaten auswertet. Die Flugreservierungen aus den sieben betroffenen Ländern brachen sogar um 80 Prozent ein. Die Daten seien aber mit Vorsicht zu bewerten, da sie nur einen Schnappschuss aus einer Woche darstellten, sagte Forwardkeys-Chef Olivier Jager. Mittlerweile ist das Einreiseverbot nach einem Richterbeschluss ausgesetzt.

Nach Aussagen von deutschen Tourismusunternehmen und Fluggesellschaften hat der US-Einreisestreit die Geschäfte bislang nicht belastet. Der Bann habe sich nur kurzfristig auf die Buchungen Richtung USA ausgewirkt, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Der Rückgang sei weit kleiner ausgefallen als von Forwardkeys beschrieben. „Viele der betroffenen Gäste wurden von uns auf einen späteren Zeitpunkt umgebucht und sind uns somit als Gäste nicht verloren gegangen.“ Und nach Aussetzung des Verbots seien so viele Flüge gebucht worden, dass die Ausfälle überkompensiert worden seien, sagte der Sprecher.

Wo der Städtetrip teurer oder billiger wurde
Platz 10: Köln
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Köln gehört zu den zehn Gewinnerstädten: Die Übergriffe in der Silvesternacht 2015/16 steckten die Hoteliers in der rheinischen Domstadt besser weg als erwartet. Die Zimmerpreise stiegen 2016 um zwei Prozent auf durchschnittlich 104 Euro. Unerwartete Hilfe kam ausgerechnet aus der ungeliebte Nachbarstadt Düsseldorf. Deren Großmessen sorgten dafür, dass sich auch in Köln die Hotels füllten.

(Quelle: Hotelportal HRS)

Platz 9: Zürich
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Schon 2015 waren die Zimmerpreise in der Schweizer Bankenmetropole steil nach oben geschossen, weil sich der Franken gegenüber dem Euro stark verteuerte. 2016 setzten die Züricher Herbergsbetreiber noch einmal 2,4 Prozent oben drauf. Mit durchschnittlich 174 Euro pro Zimmer war die Stadt die teuerste Metropole Europas.

Platz 8: Madrid
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In Spaniens Hauptstadt macht sich der zarte Wirtschaftsaufschwung auch bei den Übernachtungspreisen bemerkbar. 2016 ging es um 3,2 Prozent nach oben – auf durchschnittlich 98 Euro.

Platz 7: Nürnberg
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Nach Düsseldorf galt Nürnberg 2016 zu den stärksten Preisgewinnern in der deutschen Hotellerie. Dank zahlreicher Messen verteuerten sich die Übernachtungen auf durchschnittliche 92 Euro, und damit um 4,5 Prozent.

Platz 6: Prag
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Mit durchschnittlichen Zimmerpreisen von 75 Euro ist der Touristenmagnet an der Moldau zwar immer noch ein Billiganbieter. 2016 aber ging es mit den Preisen immerhin um 5,6 Prozent nach oben.

Platz 5: Düsseldorf
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Das Preisplus von 6,3 Prozent machte Nordrhein-Westfalens Landeshauptstadt 2016 zum Spitzenreiter in Sachen Teuerung. Schuld waren vor allem die Großmessen „Drupa“ (Druck) und „K“ (Kunststoffindustrie), auf die Düsseldorf im Vorjahr verzichten musste. Im Schnitt kostete die Übernachtung 101 Euro.

Platz 4: Washington
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Mit durchschnittlich 206 Euro pro Nacht war die US-Hauptstadt zweitteuerste Stadt der Welt. Doch anders als beim Spitzenreiter New York ging es dort mit den Preisen weiter bergauf, und zwar um 6,3 Prozent. Fünf Prozentpunkte davon stammten allerdings aus der Dollaraufwertung gegenüber dem Euro.

Rivale Air Berlin sprach von einer stabilen Buchungslage. Die zweitgrößte deutsche Fluglinie fliegt vor allem von Düsseldorf und Berlin aus in die Vereinigten Staaten.

Auch bei TUI Deutschland gibt es keine Buchungsdelle. „Ganz im Gegenteil, die USA setzen die exzellente Entwicklung der Vorjahre vor“, sagte ein Sprecher. Die Zahl der Reisenden steige stetig und habe jüngst bei 100.000 im Jahr gelegen. Beliebt seien Rund- und Pauschalreisen. Weitere große Anbieter sind DER Tour und FTI. Nach Angaben der amerikanischen Reiseorganisation Visit USA zog es 2015 knapp 2,3 Millionen Bundesbürger in die USA – ein Rekord.

Trump hat den Einreisestopp damit begründet, so sollten die USA vor Anschlägen bewahrt werden. Sein Dekret löste im In- und Ausland Protest aus. Kritiker halten die Anordnung für sinnlos und diskriminierend. Fast 100 Firmen, darunter Apple und Google, sprachen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme gegen das Verbot aus und bezeichneten es als geschäftsschädigend. Zehn ehemalige Spitzendiplomaten und Sicherheitspolitiker, darunter die Ex-Außenminister John Kerry und Madeleine Albright, erklärten, der Einreisestopp diene nicht der Stärkung der nationalen Sicherheit.

  • rtr
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