Eins für alle
Unternehmen entdecken geschlechtslose Produkte

Nicht Mann und nicht Frau: Ob Kleidung, Spielzeug oder Bohrer – einige Unternehmen gestalten Produkte inzwischen so, dass sie sich nicht mehr eindeutig einem Geschlecht zuordnen lassen. Doch der Trend hat seine Grenzen.

BerlinBlau für Jungen, rosa für Mädchen? Bei manchen Unternehmen ist das Vergangenheit. Vor allem in der Modebranche, aber auch im Spielwaren- oder Technikbereich, setzen einige Hersteller inzwischen auf Produkte, die sich keinem Geschlecht zuordnen lassen.

„Ganze Produktwelten werden dabei nach Interessenbereichen und Funktion gestaltet“, erklärt Verena Muntschick vom Zukunftsinstitut in Frankfurt am Main. „Man geht dann beispielsweise nicht mehr in ein Kaufhaus und muss sich entscheiden, ob man die Abteilung für Männer oder für Frauen ansteuert.“ Ein Beispiel sei die britische Kaufhauskette Selfridges, die mit „Agender“ Anfang des Jahres probeweise eine geschlechtsneutrale Modeabteilung einrichtete.

„Statt von unisex würde ich eher von nosex reden, weil es bei den Produkten gar nicht mehr um das Geschlecht, sondern um den Menschen geht“, sagt die Trendforscherin mit Blick auf die Entwicklung. Die Modemarke & Other Stories, Tochter der schwedischen Kette H&M, ging noch einen Schritt weiter und brachte eine Transgender-Kollektion auf den Markt. Kleider und Models sind optisch keinem Geschlecht zuzuordnen.

„Das ist ein Lifestyle-Trend, der aus einer gesellschaftlichen Entwicklung kommt“, sagt Handelsexperte Andreas Bauer von der Unternehmensberatung Roland Berger. Jüngst rief etwa Schauspielerin Emma Watson in einem Videoclip zu Gleichberechtigung in der Modewelt auf. Der US-Einzelhandelsriese Target hob in seinem Kindersortiment die Trennung von Produkten für Mädchen und Jungen in diesem Sommer auf – als Reaktion auf öffentlichen Druck.

In den USA gibt es schon länger eine Diskussion um von Industrie und Einzelhandel forcierte Gender-Klischees, wie die Farben Rosa und Blau bei Kinderkleidung. Einige Startup-Bekleidungsfirmen sind bereits mit dem Ziel angetreten, Stereotypen Alternativen entgegenzusetzen.

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„Hugo Boss wird erst folgen, wenn es massentauglich ist“

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