Einstieg ins Briefgeschäft geplant
Hermes will weiter ins Post-Revier eindringen

Scharfe Konkurrenz für die Deutsche Post: Die Hermes Logistik Gruppe will nach dem Fall des Postmonopols im kommenden Jahr im großen Stil ins Briefgeschäft einsteigen. Die Briefe sollen zwei Tage unterwegs sein – und für ein deutlich geringeres Entgelt befördert werden. Der Österreichischen Post konnte Hermes indes angeblich einen Großkunden abspenstig machen.

HB HAMBURG. „Ab Januar können Privatleute in allen bundesweit 13 500 Hermes-Paketshops auch Briefe abgeben“, sagte Hermes-Geschäftsführer Hanjo Schneider dem „Hamburger Abendblatt“ laut Vorabmeldung. Einige Filialen sollen demnach auch Briefkästen aufstellen.

Schneider kündigte an, dass das Porto zwischen 15 und 20 Prozent unter den heutigen Posttarifen liegen werde. „Die Laufzeit der Briefe beträgt zwei Tage“, wurde er zitiert.

Der Hermes-Chef will zudem gegen die Mehrwertsteuerbefreiung der Deutschen Post gerichtlich vorgehen. „Sollte das Bundesfinanzministerium das Steuerprivileg der Post über das Jahr 2007 hinaus verlängern, werden wir eine Schadenersatzklage prüfen.“ Die Befreiung verstoße gegen europäisches Recht und benachteilige alle übrigen Wettbewerber. „Wir erwarten, dass die Regierung die Gesetze so umsetzt, dass sie im Einklang mit dem EU-Wettbewerbsrecht stehen.“

Die Deutsche Post soll ihr Monopol für die Beförderung von Briefen bis 50 Gramm nach den Plänen der Bundesregierung am 1. Januar 2008 aufgeben. Hermes hat nach eigenen Angaben mehr Paketannahmestellen in Deutschland als die Post. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte der zur Hamburger Otto-Gruppe gehörende Paketdienst bei einem Plus von elf Prozent auf 1,016 Mrd. Euro einen Umsatzrekord.

Indes soll die Österreichische Post einem Pressebericht zufolge zum Ende des Jahres ihren Großkunden Quelle-Versand an den Konkurrenten Hermes verlieren. Das deutsche Versandhaus bereite den Wechsel zu Hermes zum 1. Januar 2008 vor, berichtet die Tageszeitung „Der Standard“ am Dienstag. „Es stimmt, dass es Gespräche gibt“, sagte Quelle-Sprecher Michael Obermeyer dem Blatt. Allerdings habe Quelle weder bestätigt noch dementiert, dass die rund 15 Mio Pakete pro Jahr in Zukunft von Hermes zugestellt werden sollen.

Die Post wollte dazu keine Stellung nehmen und verwies auf laufende Preisverhandlungen. Man werde sich nicht auf Dumpingpreise drücken lassen, hieß es weiter. Hermes Logistik ist seit Anfang Juli in Österreich im Paketversand tätig und hat sich das Ziel gesetzt im Bereich Business-To-Consumer (B2C) bis Ende 2008 einen Marktanteil von 20 Prozent zu erreichen.

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