Einstieg von Colony Capital
Carrefours Immobilien locken Anleger

US-Investor Colony Capital und der Milliardär Bernard Arnault haben sich den Einstieg bei der französischen Supermarktkette Carrefour einiges kosten lassen. Hinter der Beteiligung steht wohl eine Strategie, welche auf die Immobilienwerte des Konzerns abzielt.

PARIS. Paukenschlag bei Carrefour: Der US-Investor Colony Capital hat gemeinsam mit dem französischen Milliardär Bernard Arnault knapp zehn Prozent des Kapitals des zweitgrößten Einzelhandelskonzerns der Welt gekauft. Das teilten Colony Capital und die Groupe Arnault gestern mit. Damit sind Colony und Arnault die zweitgrößten Carrefour-Aktionäre nach der Gründer-Familie Halley, die 13 Prozent des Kapitals und 20 Prozent der Stimmrechte kontrolliert.

Über ihre Absichten schwiegen sich die neuen Carrefour-Aktionäre aus. Sie erklärten lediglich, dass sie von den Wachstumsaussichten des Supermarkt-Riesen überzeugt seien und es sich beim Kauf der Aktien um ein „strategisches Investment“ handele. Analysten erwarten nicht, dass Colony und Arnault eine Übernahme versuchen werden. „Es dürfte eher darum gehen, den Immobilienbesitz von Carrefour zu Geld zu machen“, sagte Christian Devismes, Analyst des Brokers Natexis Bleichroeder.

Arnault, Großaktionär des Luxusriesen LVMH, und Colony Capital treten in das Carrefour-Kapital in einer kritischen Phase ein. Denn die Aktionärsfamilie Halley hat sich mit dem von ihnen eingesetzten Carrefour-Aufsichtsratschef Luc Vandevelde überworfen. Er trat gestern zurück, wie Carrefour mitteilte. Die Halleys hatten ihrem ehemaligem Vertrauensmann bereits die Führung der Familienholding Citra entzogen. Nachfolger bei Carrefour wird Robert Halley.

Über die Gründe des Zerwürfnisses ist offiziell wenig bekannt. Es gebe „strategische“ Differenzen, hieß es lediglich. In Paris heißt es, dass Vandevelde offenbar aktiv für einen Verkauf der Halley-Anteile geworben hat, um möglicherweise eine kreditfinanzierte Übernahme des Supermarktriesen zu ermöglichen (LBO). Angesichts dieser Spekulation hat die Carrefour-Aktie seit Wochen bei ungewöhnlich hohen Umsätzen stetig zugelegt.

In dieses angespannte Klima platzt nun die Nachricht des Eintritts des Fondsinvestors Colony Capital im Verbund mit der Groupe Arnault. Berechnet auf Basis des Durchschnittskurses der vergangenen Tage, dürften sie für ihre Beteiligung rund 4,5 Mrd. Euro bezahlt haben.

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