Einzehändler will im Ausland angreifen
Middelhoff will „Einheits-Look“ fürs Personal

Karstadt will bis spätestens Ende 2006 seine Sanierung erfolgreich abschließen und dann im Ausland angreifen. Das sagte der Vorstandschef von Karstadt-Quelle, Thomas Middelhoff, dem "Tagesspiegel". Außerdem erhalten die Mitarbeiter modische Einheitskleidung, die das Verkaufspersonal sofort erkennen lässt.

HB ESSEN. Mit einem neuen „Einheits-Look“ soll das Verkaufspersonal des Warenhauskonzerns Karstadt nach dem Willen von Konzernchef Thomas Middelhoff künftig für jeden Kunden sofort erkennbar sein. Die einheitliche Arbeitskleidung solle bis zum Jahresende eingeführt werden, sagte Middelhoff. Die Umsetzung sei für jedes Haus geplant. Der Betriebsrat will über den Vorschlag in dieser Woche beraten.

Der Einführung einer solchen Einheitskleidung müssten die Arbeitnehmervertreter jedoch erst zustimmen, sagte der Karstadt- Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Pokriefke. Bei einer Sitzung in Dortmund werde man etwa über Kostenfragen ebenso beraten wie über Anforderungen an das Material und die Übernahme von Folgekosten für die Reinigung.

Einen speziellen „Design-Wettbewerb“ werde es nicht geben, sagte ein Unternehmenssprecher in Essen. Konzernchef Middelhoff hatte sich „modische Kleidung“ gewünscht. Über Formen und Farben sei derzeit noch nicht entschieden, hieß es. Es müsse auch nicht eine einheitliche Kleidung für alle Häuser geben. In dem nach einer Modernisierung wieder eröffneten Hamburger Alsterhaus hatte das Verkaufspersonal die Gäste in der vergangenen Woche bereits einheitlich gekleidet in den Farben Schwarz und Weiß empfangen.

Der Vorstandschef kündigte außerdem an, dass nach der erfolgreichen Sanierung des Unternehmens, die Ende 2006 abgeschlossen sein soll, Karstadt auch im Ausland expandieren will. "2007 können wir beginnen, unsere Weltstadthäuser wie das KaDeWe, das Alsterhaus in Hamburg oder den Oberpollinger in München zu internationalisieren", sagte Middelhoff.

Das KaDeWe sei eines der bestgeführten Warenhäuser der Welt, auch bezogen auf Umsatz pro Quadratmeter. Besser als Harrods, besser als die Galeries Lafayette. Vor einigen Wochen sei er bei Bernard Arnault, Chef des weltweit größten Luxuskonzerns LVMH, in Südfrankreich eingeladen gewesen. Der habe gesagt, dass sein Louis-Vuitton-Laden mit den stärksten Umsätzen der im KaDeWe ist. Für Karstadts Weltstadthäuser sehe er 15, maximal 20 internationale Standorte.

Middelhoff denkt dabei an Paris, London, Moskau, New York, Dubai oder Schanghai. "Wir haben mit diesem Typ Weltstadthaus eine Kompetenz, die andere Einzelhändler nicht haben. Ein Kaufhaus mit fast 70 000 Quadratmetern gibt es sonst kaum noch, schon gar nicht in dieser Qualität. Und mit diesem Konzept der Standardisierung und unserem Know-how können wir im internationalen Geschäft erfolgreich sein."

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