Einzelhändler
Flaute in den USA belastet Ahold

Von Holland in die ganze Welt - genau das macht Ahold derzeit zu schaffen: Der niederländische Einzelhändler leidet unter der Konsumflaute in den USA und geht auch nicht von einer baldigen Besserung auf seinem wichtigsten Absatzmarkt aus.
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HB LONDON. Konzernchef John Rishton erklärte bei der Bilanzvorlage am Donnerstag, in seinem Unternehmen mache sich bislang nicht bemerkbar, dass die Rezession der US-Wirtschaft vorüber ist. "Ich würde nicht sagen, dass sich die Situation verschlechtert - aber sie wird mit Sicherheit auch nicht besser." Daran werde sich voraussichtlich auch in naher Zukunft nichts ändern.

Das Unternehmen, das mehr als die Hälfte seiner Umsätze in den USA erzielt, wies für das dritte Quartal einen Anstieg des operativen Gewinns um 7,5 Prozent auf 285 Mio. Euro aus und verdiente damit zehn Prozent weniger als von Branchenexperten erwartet. Entsprechend fiel die Reaktion an der Börse aus: Ahold-Papiere gaben bis zu 3,6 Prozent nach und rutschten damit auf den tiefsten Stand seit Mitte Oktober. Dagegen legten die Aktien der Ahold-Konkurrenten Metro, Carrefour, Tesco und Marks & Spencer im Schlepptau der anziehenden Aktienmärkte allesamt zu.

Bernstein-Analyst Chris Hogbin bezeichnete die Zahlen als enttäuschend und zeigte sich zudem verstimmt darüber, dass Ahold noch immer keine Aussagen zur Nutzung der mit zwei Mrd. Euro gefüllten Konzernkasse machte. Angesichts der sich stabilisierenden Konjunktur schwänden die Chancen auf günstige Übernahmen, erklärte er. Konzernchef Rishton hielt dagegen, der harte Wettbewerb werde schwache Rivalen weiter schwächen. "Es werden sich Gelegenheiten bieten, und wir werden sie ergreifen." Er wollte sich jedoch nicht zu Berichten äußern, Ahold plane ein Gebot für den niederländischen Rivalen Hema.

Auf dem US-Markt kletterten die Ahold-Erlöse auf vergleichbarer Basis immerhin um 0,6 Prozent, während viele US-Rivalen sogar deutliche Rückgange verbuchen mussten. In den Niederlanden dagegen steigerte der Konzern den Umsatz um 4,5 Prozent. Insgesamt stieg der Umsatz um 4,6 Prozent auf 6,7 Mrd. Euro. Ahold betreibt 2900 Geschäfte in elf Ländern und ist vor allem dank niedriger Preise besser durch die Krise gekommen als viele Rivalen.

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