Einzelhändler lehnt Barofferte des britischen Unternehmers über 8,4 Milliarden Pfund ab
Marks & Spencer erteilt Green die zweite Abfuhr

Beim zweiten Angebot reagierte Marks & Spencer (M&S) noch schneller als beim ersten Mal: Schon nach wenigen Stunden wies der umworbene Einzelhändler das neue Angebot des Milliardärs Philip Green im Wert von 8,4 Mrd. Pfund (rund 12,7 Mrd. Euro) in bar ab. „Es befindet sich nicht auf einem Niveau, das wir unseren Aktionären empfehlen können“, sagte der neue M&S-Chairman Paul Myners.

LONDON. Vor zwei Wochen hatte Milliardär Green schon eine etwas niedrigere Aktien- und Bargeld-Offerte vorgelegt, die der M&S-Vorstand ebenfalls ausschlug. Nach der erneuten Absage mehren sich die Anzeichen, dass der Kampf um die Gesellschaft mit einem Umsatz von gut 8,3 Mrd. Pfund und einem operativen Gewinn von 866 Mill. Pfund sich langsam dem Ende nähert. Ein drittes Gebot wird in der Londoner City zwar nicht ausgeschlossen. Sollte das Board dieses jedoch erneut verwerfen, gehen Analysten davon aus, dass sich der Milliardär und Besitzer der konkurrierenden Einzelhändler BHS und Arcadia einstweilen zurückzieht. „Er ist schon langsam in der Nähe des Maximalgebots“, vermutet Forsyth McGarrity, Fondsmanager beim M&S-Aktionär Threadneedle.

Die Aktie von Marks & Spencer verlor nach der Absage gestern fast 3  % auf 350 Pence. Sollte Green scheitern, wäre das für ihn ein Deja-Vu-Erlebnis. Vor vier Jahren griff er schon einmal nach dem Konzern – und wurde ebenfalls abgewiesen. Damals wie heute galten das Management als überfordert, die Produktpalette als unattraktiv und die Kosten als zu hoch. Vor wenigen Wochen reagierte M&S jedoch auf den erneuten Angriff auf das Unternehmen, indem es seinen glücklosen Vorstandschef und den lustlosen Chairman auswechselte. Die anschließende Berufung des alten Green-Freundes Stuart Rose auf den Chefsessel könnte sich für Marks & Spencer als entscheidend erweisen. Rose kennt das Unternehmen aus früheren Tagen und gilt als erfahrener Manager mit der nötigen Fortune. Im kommenden Monat will er der Öffentlichkeit seine neue Strategie vorstellen.

Dass Green nach der brüsken Ablehnung eine feindliche Übernahme versucht, gilt unter Beobachtern als unwahrscheinlich. Er hat Unternehmen bislang stets im Einklang mit dem Vorstand des jeweiligen Kandidaten übernommen.

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