Einzelhändler mit Umsatzdelle
Privater Konsum dämpft Wirtschaftswachstum

Die höhere Mehrwertsteuer hat im Einzelhandel in den ersten drei Monaten 2007 die befürchtete Umsatzdelle hinterlassen.

HB BERLIN. Der Umsatz sank von Januar bis März bereinigt um Preisveränderungen (real) um 2,9 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2006, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum betrug das Minus real 1,2 Prozent. „Das ist zwar kein dramatischer Einbruch, aber es sind deutliche Bremsspuren der Mehrwertsteuererhöhung“, sagte Hubertus Pellengahr vom Einzelhandelsverband HDE.

Für die kommenden Monate rechnet der HDE angesichts sinkender Arbeitslosigkeit und deutlicher Lohnerhöhungen mit besseren Geschäften. „Es geht bergauf, wenn auch nicht stürmisch“, sagte Pellengahr. Auch das GfK-Konsumklima hatte zuletzt deutlich zugelegt und eine größere Kaufbereitschaft der Verbraucher signalisiert. Der HDE erwartet für das Gesamtjahr 2007 ein nominales Umsatzplus von einem Prozent, real aber bestenfalls eine Stagnation.

Privater Konsum dämpft Wirtschaftswachstum im Quartal

Das deutliche Umsatzminus des Einzelhandels wird Experten zufolge den privaten Konsum insgesamt schrumpfen lassen und damit das Wirtschaftswachstum im ersten Quartal deutlich bremsen. DekaBank und Unicredit sagen nur noch ein minimales Plus von 0,1 Prozent voraus. Im Schlussquartal 2006 hatte die Wirtschaft noch um 0,9 Prozent zugelegt. „Die Mehrwertsteuerdelle wurde vielleicht ein bisschen zu früh abgehakt“, sagte Sebastian Wanke von der DekaBank. Der Einzelhandel macht einen Großteil der privaten Konsumausgaben aus.

Im März sank der Umsatz im Einzelhandel verglichen mit Februar um 0,6 und real um 0,7 Prozent. Dagegen wurden 1,3 Prozent und preisbereinigt 0,5 Prozent mehr verkauft als vor einem Jahr. Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren, auf den rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes entfallen, setzte 2,2 und real 0,3 Prozent mehr um als im März 2006. Der Handel mit Nicht-Lebensmitteln setzte 0,6 und real 0,7 Prozent mehr um als vor einem Jahr. Vier der sechs Branchen schafften nominal und real ein Plus. Bei Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren gab es den größten Zuwachs, der Versandhandel verzeichnete dagegen das kräftigste Minus.

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