Einzelhändler senkt Jahresprognose
Gewinneinbruch bei Ahold

Finanzielle Altlasten haben den Gewinn des niederländischen Einzelhändlers Ahold kräftig nach unten gedrückt. Gleichzeitig schraubte das Unternehmen seine Umsatzerwartungen für das laufende Geschäftsjahr herunter.

HB AMSTERDAM. Grund für die reduzierte Prognose sei ein höher als erwarteter Wettbewerbs- und Kostendruck, teilte der nach Umsatz viertgrößte Einzelhandelskonzern der Welt am Mittwoch mit. Der pessimistische Ausblick schickte die Ahold-Aktien auf Talfahrt.

Mit einem operativen Gewinn von 292 Mill. Euro im vierten Quartal einschließlich von Versicherungseinkünften von 92 Mill. Euro blieb Ahold hinter den Markterwartungen zurück. Das Betriebsergebnis fiel um 73 Prozent auf 248 Millionen Euro zurück. Vor allem das US-Geschäft habe enttäuscht, sagten Analysten. Es sei zunehmend schwieriger geworden, die 2003 gesetzten Finanzziele zu erreichen, teilte der Konzern mit. „Der Wettbewerb und der operative Kostendruck waren stärker als erwartet“, erklärte Ahold-Chef Anders Moberg. „Der Umschwung in einzelnen Geschäftsbereichen verlief langsamer als geplant.“ Ahold erwartet nun in diesem Jahr eine Umsatzrendite im Kerngeschäft von vier bis 4,5 Prozent und ein Umsatzwachstum zwischen 2,5 und drei Prozent. Ursprünglich hatte sich der Konzern eine Umsatzrendite und ein Umsatzwachstum von jeweils fünf Prozent zum Ziel gesetzt.

Vor Analysten betonte Moberg, ein beschleunigtes Umsatzwachstum und eine Umsatzrendite von fünf Prozent blieben die Priorität des Unternehmens. Einen Zeitrahmen dafür nannte er allerdings nicht. Finanzchef John Rishton trat Spekulationen über eine Aufspaltung des Unternehmens entgegen. „Wir sind der Meinung, dass ein Zusammenhalten des Unternehmens mehr Synergien und eine größere Wertschöpfung für die Aktionäre bietet“, sagte er. Ein ehemaliges Vorstandsmitglied hatte kürzlich gesagt, die Zerschlagung des Konzerns sei wohl nur noch eine Frage der Zeit, weil das Geschäftsportfolio nicht zusammenpasse. Zu der Frage, ob bereits Interessenten mit einer Offerte an Ahold herangetreten seien, wollte sich Konzernchef Moberg nicht äußern.

Der Umsatz stieg im vierten Quartal dank eines guten Weihnachtsgeschäfts in den USA und im niederländischen Heimatmarkt auf 10,83 Mrd. Euro. Die Nettoschulden fielen um 1,2 auf 5,9 Mrd. Euro. Die Ahold-Aktien verloren bis zum Mittag rund fünf Prozent auf 6,65 Euro.

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