Einzelhändler
Wal-Mart tritt stärker auf Kostenbremse

Angesichts Finanzkrise und Konjunkturflaute tritt der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart stärker auf die Kostenbremse. Vor allem auf die teure Eröffnung neuer Großmärkte soll künftig vielfach verzichtet werden. Der US-Konzern will stattdessen lieber bestehende Märkte renovieren, kleinere Läden eröffnen und noch stärker als bislang auf Schwellenländer setzen.

HB DÜSSELDORF/NEW YORK. „Dies sind schwere Zeiten, nicht nur in den USA, sondern überall auf der Welt“, umriss der Vize-Chairman des Auslandsgeschäfts, Mike Duke, die Situation. Wal-Mart gehe es aber besser als vielen seiner Konkurrenten und das Unternehmen sei angesichts seiner Niedrigpreis-Strategie auch in der Krise gut positioniert.

Dennoch bekam auch der Discount-Riese in den letzten Monaten die Wirtschaftsschwäche stärker zu spüren. Im laufenden Geschäftsjahr 2008/09 (Ende Januar) dürften die Erlöse zwar weltweit um acht Prozent wachsen und im Folgejahr um fünf bis sieben Prozent. Dies stellt aber eine Verlangsamung gegenüber dem zurückliegenden Jahr 2007/08 dar, als Wal-Mart noch um 8,6 Prozent zulegen konnte.

Die Investitionen sollen im laufenden Geschäftsjahr um zwei Mrd. auf rund 13 Mrd. $ gekappt werden. Dieses Niveau will der Konzern dann auch 2009/10 halten. So soll die Zahl der geplanten neuen Großmärkte, die neben Lebensmitteln auch Haushaltswaren, Elektronikartikel und Kleidung anbieten, in diesem Jahr nur noch 166 betragen. Im Vorjahr hatte Wal-Mart noch 191 Märkte eröffnet. Im kommenden Jahr sollen es dann nur noch 125 bis 140 Neueröffnungen sein.

Gespart werden soll vor allem in den USA, weil dort die Finanzkrise den Verbrauchern am stärksten zugesetzt hat. Auch die weiteren Vorzeichen sind düster. Wie das Forschungsinstitut Conference Board am Dienstag bekannt gab, sank das Verbrauchervertrauen in den USA angesichts der sich verschlechternden Arbeitsmarktlage und den Kursabstürzen an der Börse im Oktober auf den niedrigsten Stand seit 1967.

Aber auch das Ausland sei gegen diese Einflüsse nicht immun, so Wal-Mart. Zuletzt trug das internationale Geschäft 24 Prozent zum Gesamtumsatz bei. Am stärksten waren dabei gut entwickelte Märkte wie Kanada oder Japan. Der Konzern rechnet nun damit, dass sich durch die Krise das Gewicht weiter zu Gunsten der Schwellenländer verschiebt. In den kommenden fünf Jahren soll mehr als die Hälfte des Auslandsumsatzes aus Ländern wie Brasilien, Mexiko oder China kommen, schätzt Wal-Mart.

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