Einzelhändler
Wal-Mart trotzt Kreditkrise

Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart bekommt derzeit zu spüren, dass viele Verbraucher angesichts der hohen Benzinpreise den Gürtel enger schnallen müssen. Trotz der krisenbelasteten US-Konjunktur verzeichnet der Konzern aber dank steigende Umsätze und Gewinne.

HB NEW YORK. Wal-Mart hat dank Einsparungen sowie guter Geschäfte außerhalb des Heimatmarktes den Gewinn im dritten Quartal um acht Prozent auf 2,86 Mrd. Dollar getrieben, teilte der Konzern am Dienstag mit. Auch sei es gelungen, US-Kunden so früh wie nie zuvor für Weihnachtseinkäufe in die Filialen zu locken. Es habe sich bezahlt gemacht, dass die Preise für rund 15 000 Produkte teils drastisch gesenkt worden seien.

Wal-Mart hat seit Monaten damit zu kämpfen, dass viele US-Verbraucher angesichts gestiegener Preise für Lebensmittel und Benzin sowie der Krise am US-Eigenheim-Markt bei ihren Ausgaben vorsichtiger werden. Wal-Mart hatte zuletzt die Preise für tausende Artikel um teilweise bis zu 50 Prozent gesenkt. Damit wurde der Umsatz angekurbelt, aber die Gewinn-Marge litt. Die Aktien von Wal-Mart kletterten nach Vorlage der Zahlen um mehr als fünf Prozent auf 45,62 Dollar.

Wal-Mart gilt mit mehr als 127 Mill. Kunden pro Woche als Barometer für den Zustand der US-Wirtschaft. Aus Deutschland hat sich der US-Konzern zurückgezogen. Nach hohen Verlusten wurden die 85 hiesigen Supermärkte an die Düsseldorfer Metro verkauft.

Weltweit stieg der Umsatz bei Wal-Mart im Quartal per Ende Oktober - wie von Analysten erwartet - um neun Prozent auf 90,9 Mrd. Dollar. Auf dem wichtigsten Markt, den USA, betrug der Zuwachs aber nur 6,4 Prozent, während es in Übersee ein Plus von 17 Prozent gab. Für das vierte Quartal wird in den USA auf vergleichbarer Basis ein Umsatzplus von bis zu zwei Prozent erwartet.

Im operativen Geschäft betrug der Gewinn im abgelaufenen Quartal 70 Cent pro Aktie. Ohne Einmalerträge waren es 69 Cent, was immer noch über den Erwartungen lag. Für das vierte Quartal sagte Wal-Mart einen Gewinn pro Aktie im zwischen 0,99 und 1,03 Dollar voraus. Analysten gehen im Schnitt von 1,01 Dollar aus. Wal-Mart hatte Mitte Oktober seine Gewinnprognose für das dritte Quartal auf bis zu 69 Cent je Aktie angehoben und auf gesunkene Kosten verwiesen. Ungewöhnlich hohe Temperaturen in den USA und die US-Immobilienkrise hätten das Wachstum aber gedämpft, hatte es schon damals geheißen. So blieb etwa wärmere Kleidung in den Regalen liegen.

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