Einzelhandel
Borletti ist an Kaufhof interessiert

Neuer Spieler im Poker um die Kaufhof-Warenhäuser: Nachdem Metro-Chef Eckhard Cordes in der vergangenen Woche bekannt gegeben hatte, er wolle sich von den Filialen trennen, signalisierte jetzt ein italienischer Investor Interesse. Ungeachtet dessen wird derzeit angeblich an einem Zusammengehen von Karstadt und Kaufhof gearbeitet.

MAILAND. Der italienische Investor Maurizio Borletti zeigt Interesse an den deutschen Warenhäusern von Kaufhof, die die Metro-Gruppe verkaufen will. "Wir könnten als Borletti Group an Kaufhof interessiert sein", teilte er dem Handelsblatt mit. Gleichzeitig macht er allerdings klar, dass es noch keine konkreten Pläne gebe: "Im Moment haben wir jedoch keine präzise Position in dieser Hinsicht."

Der Düsseldorfer Metro-Konzern hatte seine Kölner Warenhaustochter Kaufhof vergangene Woche auf die Verkaufsliste gesetzt. "Wir betrachten den Kaufhof als nicht strategisches Geschäft", sagte Vorstandschef Eckhard Cordes. Man habe eine Investmentbank eingeschaltet, um den Wert von Kaufhof schätzen zu lassen. Kaufhof setzte 2007 an 141 Standorten rund 3,6 Mrd. Euro um und beschäftigte 18 800 Mitarbeiter.

In Finanzkreisen heißt es, dass die Investmentbank Goldman Sachs derzeit daran arbeite, Kaufhof und Karstadt zusammenzulegen. An dieser großen Warenhausgruppe könnten wiederum erneut jene Investoren interessiert sein, die schon jetzt in Deutschland investieren: Das Konsortium aus der Deutsche-Bank-Tochter RREEF, der italienischen Immobilienfirma Pirelli Re, des Versicherers Generali und dem italienischen Warenhausunternehmer Maurizio Borletti hat erst vergangene Woche ein verbindliches Abkommen mit der Karstadt-Muttergesellschaft Arcandor über den Kauf von 49 Prozent der Warenhausimmobilien unterzeichnet. Borletti interessiert sich dabei auch für das operative Geschäft von Karstadt.

Zu einem möglichen Zusammenschluss von Kaufhof und Karstadt äußerte sich Borletti nicht. "Wir kennen den deutschen Markt gut und glauben, dass es interessante Möglichkeiten der Konsolidierung auf diesem Markt gibt, aber auch, dass Deutschland einer der schwierigsten Märkte im Einzelhandels-Sektor ist", sagte Borletti. Er betonte gleichzeitig aber, dass "Kaufhof sehr stark davon profitieren könnte, aus einer Gruppe wie Metro herausgelöst zu werden, in dem es keine Priorität darstellt und in der daher richtigerweise nicht die nötigen Investitionen getätigt werden".

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
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