Einzelhandel
Die überraschende zweite Chance für das Warenhaus

Nach Karstadt meldet sich jetzt die einstige Pleitefirma Woolworth zurück. Den Warenhäusern verschafft die dramatische Konsolidierung des vergangenen Jahres nun überraschend eine zweite Chance. Doch Experten bleiben skeptisch.
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DÜSSELDORF. Noch Mitte 2009 kamen die Untergangsmeldungen aus Deutschlands Warenhäusern im Monatsrhythmus. Am 11. April, einem Ostersamstag, meldete die Frankfurter Kette Woolworth mit 11 000 Mitarbeitern Insolvenz an, fünf Wochen später, am 19. April, verlor die Pleitefirma Hertie den letzten Kaufinteressenten - und damit ihre Überlebenschance.

Die Krise ergriff selbst Großkonzerne. Während sich Metro eingestehen musste, seine Tochter Kaufhof nicht für den gewünschten Kaufpreis loszuwerden, kam es beim ehemals größten Warenhauskonzern Europas, Karstadt, am 9. Juni zum Gau: Zusammen mit der Holdinggesellschaft Arcandor meldete sich das Traditionshaus zahlungsunfähig. 25 000 Mitarbeiter zitterten um ihren Job, die Ära der deutschen Warenhäuser, glorreich gestartet in den 80er-Jahren des 19. Jahrhunderts, schien endgültig beendet.

Die Pleiten helfen

Woran damals niemand mehr glaubte: Den Häusern verschafft die dramatische Konsolidierung des vergangenen Jahres nun überraschend eine zweite Chance.

Der deutsche Marktführer Kaufhof legte im jüngsten Quartal um 3,5 Prozent zu, für die Mutter Metro wird das Unternehmen voraussichtlich die höchste Umsatzrendite im Konzernverbund abliefern. Noch steiler vollzieht sich derzeit der Wiederaufstieg Karstadts. Im Herbstquartal habe man die Erlöse des Vorjahres um 7,4 Prozent übertroffen, berichtete Geschäftsführer Thomas Fox vor wenigen Tagen. Vor Steuern erzielt das Essener Handelsunternehmen schon wieder schwarze Zahlen.

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  • Severvice und Glamour ist eben falsche Akzent. Wenn man billiges Warenhaus betritt, erwartet er kaum was von Service. Fuer eine banduhr von 8 bis 10 Euro, oder eine Seife von 2 bis 4 Euro braucht man nicht unbedingt Spezialist beim Auswahl.

    Das magisches Wort fuer Warenhaus ist 400 Euro Job. Allen Verkaeuferinnen sollen nur 400 Euro Job oder teilzeitige Stelle bis 4 Stunden pro Tag angeboten werden. So kann Eigentuemer Sozialbeitraege sparen und sich ueberleben.

    Die Verkaeuferinnen entkommen dann uebergluecklichweise Harz-iV, haben zugleich Zeit fuer Kinder, Enkelkinder und Kochen. Perfekt!

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