Einzelhandel
Discounter senken Milchpreise deutlich

Im deutschen Lebensmittelhandel hat eine große Preissenkungswelle für Milch und Milchprodukte begonnen. Der Discounter Aldi, an dem sich andere große Händler orientieren, senkt die Milchpreise stärker als von Branchenbeobachtern erwartet.

dpa MÜLHEIM/KÖLN. Aldi Süd reduzierte am Montag den Preis für fettarme Milch um sieben auf 42 Cent je Liter und den Preis für Vollmilch um sieben auf 48 Cent je Liter. Auch andere Milchprodukte wie Magerquark und Schlagsahne werden nun deutlich billiger verkauft. Entsprechende Informationen der "Lebensmittel Zeitung" bestätigte eine Aldi-Süd-Sprecherin in Mülheim. Zu den Preisen bei Aldi Nord machte sie zwar keine Angaben. Die Schwesterunternehmen handeln aber erfahrungsgemäß abgestimmt.

Branchenbeobachter hatten zuvor eine Milchpreissenkung bei Aldi um sechs Cent je Liter erwartet. Die sieben Cent je Liter entsprechen einem Preisrückgang bei fettarmer Milch um mehr als 14 Prozent und bei Vollmilch um fast 13 Prozent. Warum Aldi diesmal keine Anzeigen am Tag der Preissenkung schaltete, blieb aber unklar. Die Sprecherin von Aldi Süd wollte sich zu der Frage nicht äußern.

Der Discounter Penny, der zum Rewe-Konzern gehört, gab am Montag per Anzeigen Preissenkungen bei mehreren Milchprodukten bekannt. So wurde Speisequark um 18 Prozent billiger und kostet jetzt 45 Cent je 500-Gramm-Becher. Bei Schlagsahne wurde der Preis um zwölf Prozent auf 29 Cent je 200-Gramm-Becher reduziert. Diese Preisreduzierungen vollzog nach Informationen der "Lebensmittel Zeitung" auch Aldi.

"Wir werden nicht teurer sein als Aldi", sagte ein Sprecher der Rewe der dpa zur Frage nach den Milchpreisen. Das gelte sowohl für Penny als auch für den Preiseinstiegsbereich von Rewe. Die Rewe ist der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland nach Edeka.

Für die Milchbauern bedeuten die Preissenkungen nach Experten- Einschätzung existenzgefährdende Einkommenseinbußen. Die Landwirte dürften schätzungsweise zwei bis drei Cent weniger je Liter Milch bekommen, sagte der Geschäftsführer der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen, Reinhard Pauw. Die sieben Cent je Liter schlügen zwar nicht komplett durch, weil Trinkmilch nur einen Teil der verarbeiteten Rohmilch ausmache. Bei Erzeugerpreisen von 20 Cent oder weniger je Liter Milch sei auch für die sehr gut wirtschaftenden Betriebe "das Ende der Fahnenstange erreicht".

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