Einzelhandel
Eine kleine Revolution des Einkaufens

Es hört sich kompliziert an, betrifft aber jeden: Ab Samstag wird die Fertigverpackungs-Verordnung endgültig aufgehoben. Nun sind für die meisten Produkte fast alle Verpackungsgrößen erlaubt. Für die Verbraucher dürfte sich kurz- und vor allem langfristig einiges ändern. Und nicht nur zu ihrem Vorteil.

DÜSSELDORF. Wer zum ersten Mal in die USA reist und einen Riesensupermarkt à la Wal Mart betritt, dem fallen sofort zwei große Unterschiede gegenüber Deutschland ins Auge: Der Laden an sich ist um ein vielfaches weitläufiger und die Produkte gibt es in allen möglichen Größen.

Anders als in den USA gibt es hierzulande strenge Normen, wie groß Verpackungen sein dürfen. Ab Samstag gilt das nicht mehr. Von nun an sind für die meisten Produkte in Deutschland fast alle Verpackungsgrößen erlaubt - ausgenommen sind Wein und Spirituosen. Nun liegt es an den Herstellern und Einzelhändlern, ob die Schokolade 100 Gramm wiegt, 20 Gramm oder ein Kilogramm.

Die Meinungen, ob die Freigabe für die Verbraucher eher Segen oder Fluch ist, gehen auseinander. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen befürchtet, dass die Kunden durch Mogelpackungen hinters Licht geführt werden könnten: "Das ist eine der für die Verbraucher überflüssigsten Neuregelungen der zurückliegenden Jahre", findet Verbandsvorstand Gerd Billen.

Unübersichtlichkeit und Chaos im Supermarkt seien die mögliche Folge. Der Verband rät den Konsumenten, beim Einkauf genau die Mengenangaben auf der Packung zu prüfen und sich bei Preisvergleichen am Grundpreis zu orientieren. Der Grundpreis steht klein auf den Etiketten im Handel. Er gibt den Wert eines Produktes bei einer bestimmten Menge, meisten 100 Gramm, an. So kann man die Preise auch bei unterschiedlichen Verpackungsgrößen leichter vergleichen.

Die Bundesregierung rechnet zwar nicht mit negativen Folgen. Allerdings fordert das Bundesverbraucherministerium den Einzelhandel zu klaren Angaben auf den Verpackungen auf. "Für uns ist die richtige Kennzeichnung wichtig", sagte eine Ministeriumssprecherin. "Verpackungen, die die Verbraucher irreführen, sind weiter verboten." Zugleich gebe es mehr Möglichkeiten für Singles, auch kleine Packungen zu kaufen.

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