Einzelhandel

Konsumlust kurbelt Umsatz an

Die Konsumlust der Verbraucher kurbelt die Umsätze im Einzelhandel an. Den höchsten Zuwachs erzielten der Internet- und Versandhandel. Andere Branchen hoffen nun auf den Sommerschlussverkauf.
Die Textilbranche hofft auf den Sommerschlussverkauf, der Anfang der Woche startete. Quelle: dpa
Nach schlechtem Wetter

Die Textilbranche hofft auf den Sommerschlussverkauf, der Anfang der Woche startete.

(Foto: dpa)

WiesbadenDie Konsumlust der Verbraucher lässt im deutschen Einzelhandel die Kassen klingeln. Im ersten Halbjahr setzten die Unternehmen inflationsbereinigt (real) 2,3 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum, nominal waren es 2,4 Prozent mehr, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Der Handelsverband HDE führte die Entwicklung vor allem auf die gute Lage auf dem Arbeitsmarkt zurück. Hinzu kommt die niedrige Inflation, Verbraucher haben so mehr von Gehalts- und Lohnsteigerungen.

„Wir sind mit der Halbjahresbilanz zufrieden“, sagte ein HDE-Sprecher. Der Einzelhandel im engeren Sinn - ohne Brennstoffhandel, Apotheken und Tankstellen - verzeichnete ein Umsatzplus von nominal 2,6 Prozent. Für dieses Jahr rechnet die Branche weiterhin mit einem Anstieg von zwei Prozent. Bis Ende des Jahres sollen demnach 481,8 Milliarden Euro in den Kassen der Einzelhändler landen.

Wo im Sommerschlussverkauf die Schnäppchen locken
Lager räumen
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Schon 2001 ist das Rabattgesetz eigentlich gefallen und damit auch der offizielle Sommerschlussverkauf. Trotzdem nutzen immer noch viele Händler das Ende der Saison um mit hohen zusätzlichen Rabatten die Läger zu leeren: Im Durchschnitt wollen die Einzelhändler Preisnachlässe von 25 Prozent gewähren – im vergangenen Jahr war das Rabattniveau mit 24 Prozent etwas niedriger. Dies ist das Ergebnis des aktuellen „Handelsbarometers“ der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Für die Studie wurden von Ende Juni bis Anfang Juli 2016 insgesamt 120 leitende Manager führender deutscher Handelsunternehmen befragt.

Rabatte rund ums Jahr
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Der Bundesverband des Deutschen Textileinzelhandels hat den Beginn des Sommerschlussverkaufs für den 25. Juli ausgerufen. Dabei gibt es schon das ganze Jahr in vielen Branchen hohe Preisnachlässe. „Gerade im Textilsegment herrscht inzwischen fast das ganze Jahr über Ausverkauf – der Sommerschlussverkauf hat sich allerdings bei den Kunden als besonders wichtiges Datum für die Schnäppchenjagd etabliert“, beobachtet Thomas Harms, Leiter des Bereichs Consumer Products & Retail bei EY.

Kunden fordern Nachlässe
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Die Händler selber sehen offenbar kaum Möglichkeiten, sich den Rabattschlachten zu entziehen: 50 Prozent der Befragten sehen eine sehr hohe Nachfrage nach Rabattaktionen, weitere 38 Prozent eine eher hohe. In den vergangenen Jahren ist das Interesse der Kunden an Rabattaktionen nach Ansicht von 63 Prozent der Befragten gestiegen.

Umsätze steigen
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Dabei hätten die Händler die hohen Rabatte häufig gar nicht nötig. Von Januar bis Mai lagen die Umsätze preisbereinigt um 2,0 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum. Entsprechend zufrieden äußern sich die befragten Händler: 43 Prozent der Unternehmen bezeichnen die eigene Lage uneingeschränkt als gut, im Vorjahr lag der Anteil nur bei 36 Prozent.

Bekleidung
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Die höchsten Rabatte gibt es in der Modebranche. Lagen sie im vergangen Jahr schon im Schnitt bei 25 Prozent steigen sie in diesem Jahr auf rund 28 Prozent. Textilketten wie H&M, Zara oder Primark erzeugen durch ihre Dauertiefpreise großen Druck auf die Konkurrenz. Der Bundesverband des Textileinzelhandels erwartet deshalb, dass sich die Rabatte auf Bekleidung noch auf bis zu 70 Prozent steigern dürften.

Unterhaltungselektronik
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Bei Elektronikartikeln erwarten die Händler zum Sommerschlussverkauf nur noch durchschnittliche Rabatte von 19 Prozent, im vergangenen Jahr lagen sie noch bei 21 Prozent. Hier aber sind die Preise aber durch die starke Konkurrenz des Onlinehandels ohnehin schon massiv gefallen. Hohe Rabatte gibt es hier das ganze Jahr über.

Sportartikel
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Hohe Rabatte gibt es bei Trikots und Turnschuhen. Lagen die Nachlässe im vergangenen Jahr im Schnitt noch bei 22 Prozent, rechnen die Händler in diesem Jahr schon mit 26 Prozent. Doch auch hier gibt es die Schnäppchen nicht nur im Sommerschlussverkauf. So wurden beispielsweise die Trikots der Fußballnationalmannschaft schon vor der EM verramscht.

Nach dem Brexit-Votum trübte sich die Konsumstimmung der Verbraucher zuletzt allerdings etwas ein. Die Bundesbürger sorgen sich nach Angaben der GfK-Marktforscher zunehmend um die Konjunktur. Viele rechneten wegen des geplanten EU-Ausstiegs Großbritanniens in den kommenden Monaten mit einem gebremstem Wirtschaftswachstum in Deutschland. Dennoch ist die Konsumlust der GfK zufolge weiter hoch.

Größter Gewinner im ersten Halbjahr war der Internet- und Onlinehandel mit einem Umsatzplus von nominal 7,5 Prozent. Dem Textilhandel verdarb das wechselhafte Wetter dagegen das Geschäft. Der Umsatz einschließlich Lederwaren und Schuhen stieg nominal um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr, real waren es 0,3 Prozent weniger. „Textilien haben sich wegen der Wetterkapriolen etwas schwerer getan“, sagte der HDE-Sprecher. Die Branche hofft nun auf den Sommerschlussverkauf, der Anfang der Woche startete.

Allein im Juni verzeichnete der Einzelhandel nach Angaben der Wiesbadener Behörde ein Umsatzplus von nominal und real 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat.

  • dpa
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