Einzelhandel
Lidl eröffnet Läden in der Schweiz

Nach Aldi setzt jetzt auch Lidl als zweiter deutscher Discounter seinen Plan um, in den Einzelhandel in der Schweiz einzusteigen. Dies bestätigte ein Sprecher der Schweizer Lidl-Tochter dem Handelsblatt. Damit zwingt der Discounter zusammen mit Aldi die alt eingesessenen Händler zu massiven Preissenkungen.

ZÜRICH. Einzelheiten nennt das privat geführte Unternehmen nicht. In Stellenanzeigen sucht das Unternehmen Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Qualifikationen. Auf die Frage, wie viele Stellen zu vergeben seien, lautet die Antwort: „Unbegrenzt.“

Damit dürfte die heiße Phase der Expansion beginnen. Bereits seit zwei Jahren sucht Lidl Grundstücke in der Schweiz. Mehrmals wurde der Bau eines Zentrallagers angekündigt, aber dann offenbar wegen Baurechtsproblemen verschoben. Inzwischen ist Lidl allerdings fündig geworden und wird seine zentrale Vertriebsstätte in der Ostschweiz zwischen Zürich und St. Gallen unweit der deutschen Grenze eröffnen. Von hier aus begann auch Aldi im vergangenen Jahr mit seiner Expansion.

Nach Angaben eines Schweizer Branchenblatts wird Lidl spätestens im Jahr 2008 rund 40 Filialen innerhalb weniger Monate in der Schweiz eröffnen. Konkurrent Aldi will nach Handelsblatt-Informationen Ende dieses Jahres bereits auf rund 30 Läden kommen. Zwischen beiden Discountern ist ein Preiskampf um das rare Bauland an den Ortsgrenzen der Schweizer Städte entbrannt. Lidl macht dabei keinen Hehl daraus, Höchstpreise für Bauland zu zahlen: Aus Muri im mittelschweizer Kanton Aargau wurde bekannt, dass die Deutschen ein Drittel mehr als den üblichen Kaufpreis geboten haben.

Einzelhandelsexperten gehen davon aus, dass die beiden Discounter gemeinsam innerhalb der nächsten drei Jahre auf einem Umsatz von rund 700 Mill. Euro in der Schweiz kommen werden. Bislang teilen sich den Schweizer Markt vor allem die drei Anbieter Migros, Coop und Denner. Sie kommen gemeinsam auf rund 80 Prozent Marktanteil. Entsprechend hoch sind die Margen. Nur Denner gilt unter den drei etablierten Anbietern als Discounter.

Durch den Markteintritt der deutschen Billiganbieter sind die Schweizer Einzelhändler bereits unter Druck geraten. Denner sah sich erst in der vergangenen Woche gezwungen, die verlust-, aber traditionsreiche Spielwarenkette Franz Carl Weber an ein französisches Unternehmen zu verkaufen. Migros und Coop reagieren mit eigenen Billigmarken auf die Deutschen. Coop hat nach eigenen Angaben auf diese Weise im vergangenen Jahr die Preise für das gesamte Sortiment unterm Strich um 180 Mill. Euro gesenkt.

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