Einzelhandel
Metro lässt sich bei Kaufhof-Veräußerung Zeit

Die Aufseher des Handelskonzerns Metro wollen auf ihrem nächsten Treffen am Freitag noch nicht den Verkauf von Kaufhof beschließen. Zunächst brauche es weitere Details zum Angebot des Investors Rene Benko.
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Düsseldorf/WienDer Aufsichtsrat des Handelsriesen Metro wird bei seiner Sitzung am Freitag Kreisen zufolge noch nicht endgültig über einen Verkauf der Warenhauskette Kaufhof an die Signa-Holding des österreichischen Investors Rene Benko entscheiden. „Ich erwarte keinen finalen Beschluss“, sagte eine Person aus dem Umfeld des Kontrollgremiums am Mittwoch Reuters. Der Aufsichtsrat wolle sich zunächst ein „umfassendes Bild“ des Verkaufsprozesses machen. Zudem würden weitere Informationen über die Offerte Benkos erwartet.

Eine andere wichtige Entscheidung steht bei dem Treffen aber an: Die Aufsichtsräte wollten einen neuen Finanzchef bestimmen, hieß es in den Kreisen. Eine interne Lösung werde dabei favorisiert. Der amtierende Finanzchef Olaf Koch soll zum Jahreswechsel neuer Vorstandschef des Handelsriesen und damit Nachfolger von Eckhard Cordes werden, der die Metro verlässt.

Benko hat bei den Gesprächen über einen Verkauf der Warenhauskette die Nase derzeit vorn. Er hat unter anderem bereits die Bücher des Kaufhof mit knapp 140 Warenhäusern geprüft. Im Aufsichtsrat waren aber bereits Rufe laut geworden, die einen „breiteren Blick“ auf das Bewerberfeld für den Kaufhof gefordert hatten. Unter anderem hat der Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen die Fühler nach dem Konkurrenten Kaufhof ausgestreckt.

Bedenken gebe es im Aufsichtsrat auch wegen der laufenden Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wien gegen Benko, hieß es im Umfeld des Gremiums. Diese untersucht nach eigenen Angaben Vorwürfe der Geldwäsche. Benko hatte angekündigt, diese umgehend entkräften zu wollen. „Die Untersuchungen laufen noch“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien am Mittwoch. Die Aufsichtsratssitzung der Metro „spielt für uns nicht wirlicklich eine Rolle jetzt im Ermittlungsverfahren“, fügte sie hinzu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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