Einzelhandel nach Käuferansturm am Samstag optimistisch
Süßes Klingeln in den Kassen

Ein Besucheransturm am zweiten Adventssamstag hat beim angeschlagenen Einzelhandel die Hoffnung auf eine Trendwende bei der schwachen Konsumstimmung und auf ein gutes Weihnachtsgeschäft geweckt.

HB DÜSSELDORF. Die Innenstädte und Kaufhäuser seien buundesweit voll gewesen, sagten am Abend zahlreiche Warenhauschefs der Nachrichtenagentur Reuters. Die Kunden seien in Kauflaune gewesen und hätten nach der Auszahlung der Weihnachtsgehälter und des Weihnachtsgeldes deutlich mehr als am ersten Adventssamstag und auch mehr als vor einem Jahr ausgegeben.

Gekauft wurden nach übereinstimmenden Angaben vor allem Winterkleidung wie Mäntel, Handschuhe und Schals. Zudem seien auch Schmuck und Parfüm, Spielwaren und Multimedia-Artikel wie Flachbildschirme und Heimkino-Anlagen sowie wegen des anstehenden Nikolaustages auch viele Süßwaren stark nachefragt worden. Die seit wenigen Tagen in Europa erhältliche neue Xbox-360 von Microsoft sei in vielen Häusern ausverkauft.

„Der Besucherandrang heute ist sensationell stark und deutlich höher als vor einer Woche“ sagte der Geschäftsführer des Karstadt-Warenhauses in Düsseldorf, Norbert Richter. „Heute ist ein Tag, der uns Einzelhändlern endlich mal wieder so richtig Spass macht,“ sagte Richter. Auch der Leiter des Karstadt-Hauses am Berliner Hermannplatz berichtete über einen deutlich größeren Besucherstrom und bessere Umsätze. „Das war einer der besten Samstage in diesem Jahr überhaupt, der Laden ist voll“, sagte Dirk Dzewas. Das stimme sehr optimistisch für die nächste Woche.

Auch Geschäftsführer der zum Metro-Konzern gehörenden Kaufhof-Warenhäuser äußerten sich sehr zufrieden mit dem Adventsgeschäft. „Die Frequenz war überdurchschnittlich und klar über dem Vorjahresniveau“, sagte Klaus Sandhof, Geschäftsführer von Galeria Kaufhof an der Hamburger Mönckeberg-Strasse. „Wir schauen jetzt optimistisch dem Dezember entgegen.“

Der Einzelhandelsverband HDE, der erst am Montag nach einer umfangreichen Befragung über den Trend der vergangenen Adventswoche berichten will, sprach ebenfalls von einem überdurchschnittlichen Besucherandrang und guter Stimmung unter der Kundschaft. „Gott sei Dank hat sich die schlechte Konsumstimmung, die wir noch im November hatten, verflüchtigt,“ sagte HDE-Sprecher Hubertus Pellengahr. Dies liege zum einen an der Auszahlung des Weihnachtsgeldes, dann stehe ja der Nikolaustag vor der Tür, zum anderen aber habe auch die vollzogene Regierungsbildung positiv gewirkt. „Die Leute wissen jetzt, wer sie regiert.“ Auch das kalte aber trockene Wetter habe geholfen.

Der HDE hoffe in diesem Weihnachtsgeschäft darauf, zumindest das Vorjahresniveau zu erreichen, bekräftigte Pellengahr. „Das würden wir schon als Erfolg werten, denn seit 2002 sind die Weihnachtsumsätze kontinuierlich gesunken. Derzeit jedenfalls ist noch alles möglich.“ Für das gesamte Jahr erwartet der Branchenverband ein nominales Umsatzminus für den Einzelhandel von einem Prozent.

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