Einzelhandel
Rewe buhlt um Thomas Cook

Der Handelsgruppe Rewe ist auch nach der Übernahme von über 300 Plus-Filialen der Appetit auf Zukäufe nicht vergangen. Trotz der Wirtschaftskrise wolle Rewe sich 2009 Gelegenheiten für Zukäufe anschauen. Im Blickfeld ist vor allem die Arcandor-Tochter Thomas Cook.

KÖLN. Der Kölner Rewe-Konzern hat offen sein Interesse an der Übernahme des Touristikriesen Thomas Cook vom Konkurrenten Arcandor bekundet. Sobald sich eine Gelegenheit biete, wolle er zugreifen, sagte Vorstandschef Alain Caparros am Dienstagabend in Köln. „Unsere Touristiksparte und Thomas Cook würden gut zusammenpassen“, ergänzte Rewes Finanz- und Touristikvorstand Norbert Fiebig.

Zusammen mit der britischen Thomas Cook, die zuletzt 10,3 Mrd. Euro umsetzte, käme Rewes Touristik auf einen Jahreserlös von 14,5 Mrd. Euro – und damit dicht an den Marktführer Tui mit seinem 15,6 Mrd. Euro schweren Touristikgeschäft heran.

Konkrete Gespräche gebe es aber noch nicht, bedauerte Fiebig. Bislang sperre sich Thomas-Cook-Mehrheitsaktionär Arcandor, seine Beteiligung abzustoßen. Aus gutem Grund: Allein mit den verbleibenden Karstadt-Häusern und den Katalogversendern um Quelle wäre der Essener Konzern kaum überlebensfähig. „Momentan ist der Verkauf für uns kein Thema“, erklärte deshalb ein Arcandor-Sprecher.

Dennoch halten Experten einen Besitzerwechsel der 52-Prozent-Beteiligung an Thomas Cook in naher Zukunft für denkbar. Bereits vergangenen September, als sich ein Teil der Banken gegenüber Arcandor weigerte, einen dringend benötigten Konsortialkredit zu verlängern, erklärte sich der Vorstand zunächst bereit, Anteile am Reisekonzern Thomas Cook auf den Markt zu werfen. Erst als die Kölner Privatbank Sal. Oppenheim dem angeschlagenen Konzern mit Eigenkapital zur Seite sprang, wanderten die Verkaufspläne zurück in die Schublade – vorerst. Denn schon im Juni muss sich Arcandor erneut um einen Konsortialkredit bemühen, der sogar um die Hälfte größer ist als die im September verhandelte Summe. Dass es dann zu einem Notverkauf von Thomas Cook kommt, ist keineswegs ausgeschlossen. „Wie schlecht es tatsächlich um Arcandor steht, ist wegen der intransparenten Geschäftszahlen kaum absehbar“, sagt Sebastian Hein vom Bankhaus Lampe. „Sicher ist aber, dass ein Notverkauf von Thomas Cook den Preis erheblich nach unten drücken würde.“

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