Einzelhandel
Schlecker verkauft mehr Medikamente

Der Drogerie-Discounter baut den Handel mit Arzneien aus: In mehreren Tausend Filialen gibt es bereits Bestellshops der niederländischen Versandapotheke Vitalsana. Kritik kommt vom Deutschen Apothekerverband: Schlecker und Co. würden "Gesundheit verramschen".

HB EHINGEN. Der Drogerie-Discounter Schlecker hat seinen Handel mit Medikamenten ausgebaut. Das Unternehmen biete nunmehr in über 11 000 Märkten von Schlecker, Ihr Platz und Drospa Bestellshops der niederländischen Versandapotheke Vitalsana an, teilte die Drogeriekette am Mittwoch in Ehingen mit. Die Kunden könnten direkt in den Märkten ihre Bestellungen aufgeben und abholen. Auch Rezepte könnten in den Bestellshops der Filialen eingereicht werden. Seit Februar bietet Schlecker im Internet rezeptfreie Apothekenartikel und Zusatzsortimente aus dem Gesundheitsbereich an.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte im März entschieden, dass Versandapotheken für ihren Vertrieb den Dienst von Drogeriemärkten nutzen dürfen. Bislang verkauft nur die Drogeriemarktkette DM Medikamente in ihren Filialen und arbeitet dabei mit der niederländischen Versandhandelsapotheke Europa Apotheek zusammen. Auch DM kündigte gestern an, den umstrittenen Versandhandel mit Medikamenten auszubauen.

Der Deutsche Apothekerverband (DAV) kritisierte den Verkauf von Medikamenten in den Drogeriefilialen. Er forderte die Discounter auf, den Verkauf in den Märkten sofort zu stoppen. "Schlecker & Co. verramschen Gesundheit. Das Ganze ist aus unserer Sicht höchst fragwürdig und gefährdet Patientinnen und Patienten", sagte der DAV-Vorsitzende Hermann Stefan Keller in Berlin. Außerdem verlangte er von Bund und Ländern schärfere Kontrollen zugunsten der Verbraucher. "Die Menschen haben ein Recht auf gesundheitlichen Verbraucherschutz." Jetzt werde eine klare Entscheidung des Gesetzgebers verlangt, fügte Keller hinzu. Die Politik solle die Banalisierung von Medikamenten beenden und die volle Arzneimittelsicherheit wieder herstellen. Der Versandhandel mit Arzneimitteln müsse auf das europarechtlich gebotene Maß eingeschränkt werden, forderte Keller.

Der Versandhandel von Medikamenten war durch ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig vom 13. März 2008 ermöglicht worden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%