Einzelhandel und Werbung
Es lebe der Werbeprospekt!

Viele Handelsunternehmen setzen auch im Weihnachtsgeschäft immer noch auf die traditionellen Handzettel. In die Werbung auf Smartphones fließt dagegen kaum Werbebudget. Das könnte sich langfristig rächen.

DüsseldorfEs ist eine zufällige Stichprobe zu Beginn des Weihnachtsgeschäfts. Das Bergische Sonntagsblatt, ein Anzeigenblatt für das Bergische Land, wiegt nur ganze 50 Gramm. Die gesammelten Werbeprospekte darin aber kommen auf stolze 520 Gramm. Discounter wie Aldi oder Netto präsentieren ihre Angebote, Drogeriemärkte werben um Kunden, Beileger verführen auch mit Elektronikartikeln für den Gabentisch.

Moment, war da nicht was? Läuft nicht jeder Kunde mittlerweile mit einem Smartphone durch die Gegend, das ihn zielsicher zu den besten Angeboten führt? Hatten nicht Experten längst das Ende der gedruckten Werbung ausgerufen?

Weit gefehlt. „Der Handzettel ist ein kostengünstiges, reichweitenstarkes Medium, das sich positiv auf den Abverkauf auswirkt. Solange es in der digitalen Welt keine vergleichbare Alternative gibt, wird er im Mediamix seinen Platz behaupten“, erklärt Marlene Lohmann, Marketing-Expertin des EHI Retail Institute.

Eine Studie des EHI stützt diese Einschätzung. Bei einer Befragung der Marketingchefs von 50 deutschen Handelsunternehmen für den Marketingmonitor des EHI zeigte sich, dass überraschende 40 Prozent des Marketingbudgets allein in Handzettel und Werbeprospekte fließen. Social-Media-Aktivitäten dagegen lassen sie sich gerade mal 2,1 Prozent des Budgets kosten, für spezielle Werbung auf Smartphones sind es noch verschwindend geringe 0,6 Prozent.

Das wichtigste Argument der Marketingchefs, die neuen Medien weitgehend zu boykottieren: Sie brächten im Vergleich zum Aufwand noch zu wenig Absatz. 60 Prozent der befragten Händler sagen: Die gute alte Prospektwerbung hat immer noch den höchsten „Return on Marketing Invest“, also die höchste Rendite auf den eingesetzten Werbe-Euro. Vorteile des Marketings über das Smartphone sehen die Manager allenfalls bei der Kundenbindung.

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Poststreik im Umsatz spürbar

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