Einzelhandel
Weihnachten wird's üppig

Marktforscher hatten wegen der Flüchtlingskrise mit einem Rückgang der Konsumfreude gerechnet. Doch eine Studie zeigt überraschende Ergebnisse: Zu Weihnachten wollen die Deutschen beim Einkauf sogar noch einmal drauflegen.

DüsseldorfAdventskalender, Lebkuchen und Lametta – in den Supermärkten liegen die Weihnachtsprodukte schon seit Ende September aus. Doch der Startschuss für das traditionelle Weihnachtsgeschäft fällt im Einzelhandel Anfang November. Für die Geschäftsinhaber ist das die schönste Zeit des Jahres: Der Einzelhandel erwirtschaftet fast 20 Prozent seines Umsatzes allein in den Monaten November und Dezember.

Doch wie sieht es in diesem Jahr mit der Kauflaune der Deutschen aus? Geben sie mehr oder weniger Geld für ihre Liebsten aus und was steht auf dem Geschenkzettel ganz oben? Das wollte die Prüfungs- und Beratungsorganisation Ernst & Young genauer wissen und hat im Oktober dazu deutschlandweit 1.000 Verbraucher befragt.

Das Ergebnis: Die Deutschen sind überraschend in Spendierlaune. Im Schnitt wollen die Bundesbürger 259 Euro für Weihnachtsgeschenke ausgeben – das sind 18 Prozent mehr als im Vorjahr und der zweithöchste Wert der vergangenen zehn Jahre. Nur 2013 lag das Geschenkbudget mit 273 Euro noch höher.

„Der deutschen Wirtschaft geht es derzeit gut, die Konsumbereitschaft ist groß“, erklärt Thomas Harms, Leiter des Bereichs Retail & Consumer Products bei EY, die Umfrageergebnisse. „Im vergangenen Jahr hatte eine regelrechte Flut schlechter Nachrichten – von den Kriegen im Irak und in Syrien über die Ukrainekrise bis hin zum Ebola-Ausbruch in Afrika – die Kauflaune vor Weihnachten vorübergehend stark getrübt.“

Auch in diesem Jahr hatten Konsumforscher bisher mit einem gebremsten Optimismus gerechnet. So beobachtete das Marktforschungsunternehmen GfK zuletzt einen leichten Rückgang des europäischen Konsumklimas – und schob das auf die Zuspitzung der Flüchtlingskrise. Doch auf das Weihnachtsgeschäft schlägt das offenbar nicht durch. Einen Grund sieht EY-Experte Harms in den aktuell guten Rahmenbedingungen: Die Beschäftigung steigt und auch die Reallöhne legen dank hoher Tarifabschlüsse und niedriger Inflation ebenfalls deutlich zu. Deshalb sitzt bei den Deutschen das Portemonnaie locker – gerade zu Weihnachten.

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