Einzelne Betriebe profitieren kräftig von der Reiselust
Bus-Touristik sucht nach neuer Kundschaft

Bei den Veranstaltern von Busreisen wächst nach langer Flaute die Hoffnung, in diesem Jahr vom Aufschwung in der Tourismusbranche zu profitieren. Nach Erhebungen einer Unternehmensberatung verzeichnen einzelne Betriebe Umsatzsteigerungen bis zu 20 Prozent.

ek HB DÜSSELDORF. Bei den Veranstaltern von Busreisen wächst nach langer Flaute die Hoffnung, in diesem Jahr vom Aufschwung in der Tourismusbranche zu profitieren. Zumindest ein Teil der Unternehmen habe im ersten Halbjahr 2005 erhebliche Steigerungen bei den Umsätzen wie den Passagierzahlen erzielt, sagte Richard Eberhardt, Präsident des Internationalen Bustouristikverbandes RDA, dem Handelsblatt.

Nach Erhebungen der auf die Busbranche spezialisierten Wendtland Unternehmensberatung verzeichnen einzelne Betriebe gegenüber dem Vorjahr Umsatzsteigerungen bis zu 20 Prozent, mit leicht geringer wachsenden Kundenzahlen. Allerdings gebe es auch Firmen, die im Vergleich zu 2004 um weitere zehn Prozent abrutschten. Der Branche gehe es aber nicht mehr flächendeckend schlecht.

Für das Jahr 2004 hatte eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages noch ein düsteres Bild für die Bustouristik gezeichnet. Auch der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (BDO) urteilte angesichts des Erfolges der Billigflieger und der steigenden Energiepreise, viele Unternehmen stünden vor dem finanziellen Kollaps. An dieser grundsätzlichen Einschätzung habe sich auch nach dem ersten Halbjahr 2005 nichts geändert, sagte jetzt ein BDO-Sprecher.

Dagegen verwies RDA-Präsident Eberhardt darauf, dass es in der Bustouristik nicht länger eine Branchenkonjunktur gebe, sondern der Erfolg sehr individuell von den Anstrengungen der einzelnen Unternehmen abhänge. Neben der Spezialisierung auf Marktsegmente – etwa das wachsende Geschäft mit Deutschland-Touristen aus Fernost – wandten sich Busreiseveranstalter auch dem boomenden Flugreise- und Kreuzfahrtgeschäft zu. Um Kunden zu locken, würden bei einigen Veranstaltern inzwischen auch für Busreisen die in der Touristik üblichen Frühbucher-Rabatte gewährt.

Während der BDO und die Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen einen stetig bröckelnden Marktanteil für die Bustouristik sehen, erwartet der RDA bis 2015 einen Anstieg des Anteils von derzeit 9,5 auf zwölf bis 13 Prozent – dank immer mehr älterer Kunden. „Die Busreise ist der Gewinner des demographischen Faktors“, sagte Eberhardt.

Im vergangenen Jahr sind nach Zahlen des RDA über sechs Millionen Busurlaubsreisen unternommen worden, überwiegend Zweit- und Kurzferienreisen. Die Umsätze der Bustouristik lagen bei 1,8 Mrd. Euro. Die Branche trifft sich ab heute für drei Tage in Köln zu ihrer Fachmesse RDA Workshop. Erwartet werden rund 14 000 Fachbesucher, denen 1 300 Aussteller aus 35 Ländern ihr touristisches Angebot rund um die Busreise vorstellen.

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